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43. Überregionale Scheckenclub-vergleichsschau am 14./15.10.2017

Ausrichter Scheckenclub Rheinland Nassau

Gesamtkatalog
43. Überregionale
Scheckenclubvergleichs-
schau
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letzte Aktualisierung:

15. Dezember 2017

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39. Überregionale Scheckenclubvergleichsschau vom 12. bis 13. Oktober 2013 in Südlohn

 

 

Vorzügliche Punktschecken-Präsentation
auf der 39. Überregionalen in Südlohn

Zum zweiten Male richtete der im letzten Jahrzehnt aufgeblühte Scheckenclub W711, Sektion Münsterland, die „Überregionale“ aus. Eine gesunde Altersstruktur, ein paar routinierte „Leitwölfe“ und eine große Zahl engagierter Mitglieder nebst den motivierten Partnern ermöglichte es den Züchterfreunden aus Westfalen nach 2006 auch die 39. Überregionale Scheckenclub-Vergleichsschau auszurichten. „An Gutem festhalten und sich neuen Herausforderungen stellen“… so könnte man den Leitspruch von Ausstellungsleiter Wolfgang Knuth zusammenfassen, der in seinem Heimatort Südlohn-Oeding am 12./13. Oktober 2013 alle Register zog, Rasse-Kaninchenzucht auf höchstem Niveau öffentlichkeitswirksam zu präsentieren. Die hervorragende Hallenausschmückung mit zahlreichem Blumenschmuck und großen Werbetransparenten für unser Hobby, die vorzügliche Bewirtung, die zahlreichen überörtlichen und regionalen Gäste und Ehrengäste und die Organisation aller Abläufe trugen zu einem absolut gelungenen Gesamtwerk bei. Herzlichen Dank von der gesamten Scheckenzüchterfamilie!

Trotz Tierzahlbegrenzung meldeten 171 Züchter in den fünf zugelassenen Rassen und anerkannten 15 Farbenschlägen insgesamt 1.426 Punktschecken. Traditionell wurde auch die Bewertung überwiegend durch Preisrichter und Obleute vorgenommen, die selbst Scheckenzüchter sind. Sie erfolgte im ABCD-System und jede Preisrichtergruppe hatte einen Obmann, der dadurch auch „nahe an der Gruppe“ war und sofort an den erforderlichen Entscheidungen beteiligt werden konnte. Es war eine ruhige und besonnene Bewertung. Parallel zur Bewertung fand eine organisierte Tagesfahrt, zunächst zum Textilmuseum Bocholt und danach zum Biotopwildpark Anholter Schweiz für die Züchter und Partner statt, die nicht im laufenden Ausstellungsgeschehen eingebunden waren. Leider war der Wettergott den Reisenden nicht gut gesonnen, so dass das abendliche gemütliche Beisammensein bei sehr vielfältiger und liebevoll garnierter westfälischer Wurst- und Käseplatte mit Pumpernickel Entschädigung bot. Natürlich hingen zu jenem Zeitpunkt längst die Bewertungsurkunden an den Gehegen und bei reichlich Gerstensaft gab es schon die ein oder andere Siegesfeier oder auch den ein oder anderen Kummertrunk. Beides sollte man unter Freunden, die sich teilweise Jahrzehnte kennen, gerne genießen und pflegen. Wenn dann auch noch das ein oder andere Tier versprochen oder getauscht wird, gibt es auf einem solchen Abend nur noch Gewinner.

Ehrenringverleihung an Erik Mücke im Mittelpunkt der Eröffnungsfeier

Ausstellungsleiter Wolf Knuth und Clubvorsitzender Manfred Sylvester hatten sichtlich große Freude, in der prall gefüllten Jakobihalle am Samstagmorgen die vielen Besucher herzlich zu begrüßen. Die nicht erwartete Tierzahl, unser „Hobby mit Herz“ und der selbstlose Einsatz der Frauen und Partner waren elementare Punkte ihrer kurzen Ansprachen. Der Schirmherr der Veranstaltung, Landrat Dr. Kai Zwicker und Bürgermeister Christian Vedder gingen auf die lange Tradition der Kaninchenzucht und die heutigen gewandelten Aufgaben der Rasse-Kaninchenzucht ein und freuten sich, dass die Gäste aus ganz Deutschland und denNachbarländern bereits zum zweiten Male in Südlohn-Oeding weilten. ZDRK Präsident Erwin Leowsky gratulierte dem Ausrichterteam, hob tierschutzrechtliche Aspekte und die Abgrenzung der Rasse-Kaninchenzucht von der gewerblichen Masttierhaltung hervor. Dabei erhoffte er sich von Landräten und Bundestagsabgeordneten positiven Einfluss im Sinne der Erhaltung und Förderung eines alten Kulturgutes. Dies war natürlich eine Steilvorlage für das Mitglied des Deutschen Bundestages und den Präsidenten des Bauernverbandes Johannes Röring, der auch Mitglied des Agrarausschusses ist. Zwar kannte er an, bei Diskussionen um die Nutztierhaltungsverordnung nicht in Ideologien verfallen zu dürfen. Diplomatisch warb er aber auch um Verständnis, alle Interessen vertreten zu müssen. LV-Clubobmann Peter Lührs überbrachte die Grüße des Landesverbandsvorstandes. Auch Anke Löhr, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit im LV, hatte für kurze Zeit ihren Arbeitsplatz im Veranstalterteam mit dem Ehrenausschusstisch getauscht. Mehrere Kreisverbandsvorsitzende und Vereinsvorsitzende aus der Region unterstrichen ferner das Lokalkolorit. Weitere hochkarätige Ehrengäste waren der stellv. ZDRK-Präsident Christian Ruhr, der technische Leiter des DPV Günter Möller und der stellv. ZDRK-Clubobmann Detlef Beckers, die im Übrigen zusammen mit Erwin Leowsky auch am Vortag bei der Bewertung als Obleute fungierten. Last but not least gehörten mit Josef Steinack, Thomas Schmidt und Jan-Henning Andresen natürlich auch die Vorstandsmitglieder des Arbeitskreises Deutscher Scheckenzüchter zum Ehrenausschuss.
Zum Schluss der Eröffnungsfeier war es dem Arbeitskreisvorsitzenden vergönnt, die Laudatio auf den neuen Ehrenringträger Erik Mücke zu halten: 1970 wurde er durch einen Arbeitskollegen animiert, dem Kleintierzuchtverein Kayna, einem Stadtteil von Zeitz, beizutreten. Anfänglich züchtete er Weiße Wiener und anschließend Blaue Wiener. 1974 begann seine Tochter mit der Zucht von Englischen Schecken, madagaskar-weiß. Inspiriert von der Spannung dieser Rasse erwarb er 1975 die ersten Englischen Schecken, schwarz-weiß. Auf den Kleintiersiegerschauen in Leipzig stellte er mehrfach hervorragend aus und hatte auf der letzten Schau 1989 den Siegerrammler. 1988 reaktivierte er mit 7 Züchtern die SZG für Englische Schecken in Zeitz, die sich später im Landesverband Sachsen-Anhalt neu organisierte und heute als Punktscheckenclub Sachsen-Anhalt firmiert. In jenen Organisationen war er bis auf einen kurzen Zeitraum 1. Vorsitzender und steht dem Club heute noch vor. Auch in der Landesclubvereinigung ist er seit 2004 stellvertretender Vorsitzender. Klar, dass angesichts dieser Aktivitäten Ehrungen nicht ausblieben. Erik Mücke wurde mit der Ehrennadel des LV in Silber und Gold ausgezeichnet und ist Meister der Rasse-Kaninchenzucht im LV. Für sein Engagement in der Jugendarbeit wurde er mit dem ZDRK-Ehrenzeichen in Silber ausgezeichnet. Seit 1992 hat er bis auf die Schau in Harsewinkel alle Überregionalen Scheckenclub-Vergleichsschauen beschickt und besucht. Sein ruhiges und besonnenes Wesen wird in der Züchterschaft sehr geschätzt. Völlig überrascht und zutiefst bewegt nahm er die Ehrung entgegen und richtete einen herzlichen Dank an alle, die ihn in der Scheckenzucht begleitet haben.

Ehrung der Hauptpreisträger im Kreise von 250 Gästen

Der Züchterabend fand am Samstagabend in der Festhalle Terhöne in Südlohn statt. Ein Bustransfer von den einzelnen Hotels zur Halle war prima organsiert und wurde sehr gut angenommen. Nach der Begrüßung der Gäste durch die Ausstellungleitung gab es ein vielseitiges, wohlschmeckendes Buffet. Die ersten „Bewegungen“ auf der Tanzfläche fielen danach zwangsläufig recht schwer. Aufgelockert durch die Siegerehrungen schaffte es der Diskjockei doch immer wieder die „agilen Häsinnen und Hasen“ zu motivieren. Statt einer Verlosung hatte man sich im Rheinland die Grundidee zu einem Schätzwettbewerb abgesehen. Es galt die Gesamtgröße von vier Züchtern und Züchterinnen zu bestimmen. Den Siegern, die es tatsächlich schafften, die Größe bis auf einen halben Zentimeter zu bestimmen, winkten Geldpreise. Um welche Uhrzeit und in welchem Zustand schließlich der ein oder andere den Festsaal verlassen hatte, konnte man unschwer am Sonntagmorgen sehen. Auch das gehört zu einem Familientreffen.
Wie schon gesagt erfolgte während des Züchterabends die Ehrung für die Hauptpreisträger. Höhepunkt war zweifelsohne die Ehrung für die beste Mannschaftsleistung, die Clubwertung. Sie ging mit 1.167,0 Pkt. an den Club aus Westfalen vor dem punktgleichen Club aus Hannover. Mit 1.165,5 Pkt. folgten die Zuchtfreunde aus Württemberg-Hohenzollern, Baden (1.163,5 Pkt.) und Rheinland-Nassau (1.161,0 Pkt.). Die beste Gesamtleistungen auf 6 Tiere stellte Werner Winkens (ESch, schw.-weiß., 584,5 Pkt.), gefolgt von Andreas Langelage (KlSch, schw.-weiß, 583,5 Pkt.), Hans-Heinrich Müller (DRSch, schw.-weiß, 582,5 Pkt.), Bernd Schückle (ESch, thür.-weiß, 582,5 Pkt.) und Jens Jadischke (RhSch, 582,0 Pkt.). Andreas Langelage stellte mit je 98,0 Pkt. sowohl die beste Häsin als auch den besten Rammler der Schau auf KlSch, schw.-weiß. Die Rassemeister und -sieger werden im folgenden Rassebericht genannt.

Was gibt es nach der Rassebetrachtung Allgemeines zu berichten?

Durch die Tierzahlbeschränkung auf 10 blieb sicherlich das ein oder andere „zweitklassige Tier“ daheim, so dass ein beachtliches Niveau erreicht wurde. Verglichen mit Bundesschauen war das Durchschnittsniveau deutlich höher und ich brauche kein Prophet zu sein, dass nur ganz wenige Scheckenzüchter Chancen auf vordere Platzierungen haben, die nicht auf der „Überregionale“ waren. Vor allem der (zu) ehrgeizige Wettbewerb nach idealem Rassewert darf in manchen Rassen und Farbenschlägen nicht dazu führen, dass elementare Voraussetzungen wie Größe, Gewicht oder Ohrlänge am „unteren Ende der Skala“ liegen. Die Zwergschecken sind nach wie vor im Aufwind und die Qualität in den einzelnen Farbenschlägen verbreitet sich von Jahr zu Jahr. Manche Aussteller müssen auch noch lernen, dass ein kleiner Ausläufer der Ohrenzeichnung auf der Stirnmitte unberücksichtigt bleibt und dass zum Fellhaar auch eine gleichmäßige Begrannung gehört. Hier bleibt das nötige Fingerspitzengefühl der Preisrichter und Obleute gefragt und das kam auch in der Bewertung auch zum Ausdruck.

241 Deutsche Riesenschecken, schwarz-weiß, begannen den Rassereigen. Meine einleitenden Ausführungen zum knappen Gewicht und der etwas fehlenden Körper- und Ohrlänge gelten in erster Linie für etliche Zuchten dieser Rasse. Januartiere mit 6,050 kg und einer Ohrlänge von 16,0 cm können mittelfristig keine Basis für eine erfolgreiche Zucht sind… auch wenn einige solcher Rassevertreter eine 19,0 in Pos. 2 bekamen. Die Ideallänge von 17 bis 18 cm wurde letztlich in kaum einer Zucht durchgängig gezeigt. Einen prima Gewichtsrahmen hatten die Tiere von Klaus Diekhues, der als 3. Rassemeister mit 484,0 Pkt. erstmals auf dem Siegertreppchen einer Überregionalen stand. Hans Heinrich Müller zeigte 10 Tiere, die allesamt eine 19,0 in Pos. 2 bekamen, kräftige Läufe hatten, im Körper von vorne bis hinten nahezu gleich breit und „kugelrund“ im Becken waren. Fast könnte man dabei zu der Feststellung kommen, dass die Streckung des Körpers etwas zu kurz kam. Auch im Rassewert und vor allem farblich konnten die Tiere gefallen, so dass er sich in der Rassemeisterschaft mit 486,0 Pkt. durchsetzte und mit 97,5 und 98,0 Pkt. auch beide Siegertiere stellte. Dabei überzeugte die Siegerhäsin auch im Größenrahmen und Gewicht von 7,5 kg. Mario Hoffman erreichte ebenfalls bei seinen 6 ausgestellten Tieren allesamt eine 19 in Pos. 2 wobei die Streckung hier besser gezeigt wurde. Überragend war der Rassewert seiner Tiere. Feine Augenringe, tiefliegende Backenpunkte und zwei Tiere mit einer 15er Seite waren eine Augenweide. Mit 484,5 Pkt. wurde er 2. Rassemeister. Weitere V-Tiere stellten Stefan Roßkopf, Werner Magg, Marion Pütz und Holger Dahlem.

Der sich schon auf der letzten Schau über die zunehmende Verbreitung angedeutete Fortschritt bei den 39 Deutsche Riesenschecken, blau-weiß, setzte sich fort. Immerhin
stellten in diesem Jahr wieder 9 Züchter aus. In der Breite sah man recht viele Tiere mit 17er Ohrlängen und guten Strukturen und die Rumpfzeichnung wurde überwiegend von nicht zu groben und freistehenden Seitenflecken geprägt. Farblich erschienen die Tiere auch verbesset und nur bei einigen Tieren sah man leichte Durchsetzungen der Ohrränder und keine durchgängige Zeichnungsfarbe auf der Blumenoberseite. Klar setzte sich in der Konkurrenz Ewald Dietz mit 484,5 Pkt. durch. Er zeigte auch die hochfeine Siegerhäsin (97,5 Pkt.). Aber auch die Tiere von Klaus Schipper konnten sehr gefallen. Er wurde mit 480,5 Pkt. 2. Rassemeister.

Immerhin 6 verschiedene Züchter stellten 36 Deutsche Riesenschecken, havanna-weiß, aus. Schön war zu beobachten, dass in den Zweikampf der letzten Jahre zwischen Thomas
Grabner und Hans Ströhle nun auch andere Züchter „einen Fuß in die Tür“ setzten konnten. So zeigte z.B. Thomas Hengeler ein V-Tier und auch Bernd Bauer hatte feine Rassevertreter, die aber in der Breite nicht an die beiden Württemberger herankommen konnten. Mir schien, als hätten die Tiere von Hans Ströhle etwas an Größe und Gewicht verloren, zeigten überwiegend dennoch ebenso wie einige Tiere von Thomas Grabner prima Körperformen. 1. Rassemeister wurde Hans Ströhle mit 480,0 Pkt., gefolgt von Thomas Grabner mit 379,5 Pkt. Letzterer zeigte mit 97,5 Pkt. einen hochfeinen Siegerrammler, der den besten Rassewert in diesem Farbenschlag hatte. Überhaupt sah man viele Rassevertreter mit ganz hervorragender Rumpfzeichnung, die auch auffallend gleichmäßig breite Aalstriche umfasste.

Josef Heintz als Herauszüchter hätte sicherlich seine Freude gehabt, auf einer Schau 170 Rheinische Schecken betrachten zu können. Ja, es waren „Farbtiere“ deren Schönheit nach seinem Wunsch nie vergehen sollte! Obwohl heute die Rasse als gefährdet eingestuft ist, bin ich mir eigentlich sicher, dass er Recht behalten wird, denn gerade die Dreifarbigkeit ist und bleibt der besondere Reiz und zwangsläufig auch die besondere Herausforderung der Rasse. Sah man früher ganze Zuchtlinien, bei denen die schwarze oder gelbe Zeichnungsfarbe überwog, ist die ausgewogene Farbverteilung sehr verbreitet, längst jedoch noch nicht die Reinheit und Intensität der Farbe. Deshalb sah man auch nur in wenigen Zuchten Tiere, die in Pos. 6 überwiegend die 10 bekamen. Formlich konnten eigentlich nur die Zuchten von Hermann Höflich, Horst Nöthlich und Jens Jadischke überzeugen, wobei Ersterer sicherlich die kräftigsten Kopf- und Ohrstrukturen zeigte. Dies stand auch im Zusammenhang mit dem etwas längeren Fellhaar, das in etwas kürzerer Form insbesondere von Jens Jadischke, aber auch von Horst Nöthlich über die Gesamtheit ihrer Tiere vollendet gezeigt wurde. Im Rassewert überzeugten voll die Tiere von Alfred End. Seine Tiere zeigten vielfach die erwünschten 6 bis 8 auf Flanken und Schenkel verteilten freistehende Seitenflecken und dies mit einer tollen Farbintensität. Dass Letzteres das Steckenpferd des 1. Rassemeisters (484,0 Pkt.) Jens Jadischke ist, wissen zumindest alle Scheckenzüchter. Als Zweiter, und damit erstmals auf dem Siegertreppchen, stand völlig zurecht Alfred End mit 483,0 Pkt. Mit 482,5 Pkt. folgte Hermann Höflich. Den Siegerrammler zeigte Alfred End mit 97,0 Pkt. und die Siegerhäsin hatte Jens Jadischke mit 97,5 Pkt. Darüber hinaus kamen V-Tiere von Jörg Giebler und Klaus Bakos.

173 Kleinschecken, schwarz-weiß… aber nur ein Züchter spielte in einer anderen Liga. Wie schon in den letzten Jahren dominierte Andreas Langelage zu sehr deutlich und wurde mit grandiosen 487,0 Pkt. überlegen 1. Rassemeister und stellte mit je 98,0 Pkt. auch die beiden besten Tiere der Schau. Aufgrund einer sehr dichten Fellhaarstruktur wirkten Kopf- und Ohrstrukturen geradezu „aufgeplustert“ und sehr markant. Da solches Fellhaar auch nicht so dicht anliegt, erschienen zwangsläufig auch Körper und Gliedmaßen breit und kräftig… im Standard beschriebene positive Merkmale dieser Rasse. Kommt dazu noch eine vorzüglich Kopfzeichnungen (7 x 15,0) und eine prima Rumpfzeichnung und Farbe, sind
solche Traumergebnisse möglich. Im Größenrahmen gibt es aber durchaus bessere Tiere. Sylvia und Wilfried Schreiber zählen seit Jahren zu den Züchtern, die im Typ ihren Schwerpunkt setzen, ohne den Rassewert zu vernachlässigen. Die sympathischen Hessen wurden mit 483,0 Pkt. Dritte in der Meisterschaft. Dazwischen platzierte sich mit 483,5 Pkt. erstmals Anne Feegers mit Tieren, die allesamt eine 14,0 im Fellhaar und eine 10,0 für satte Lackfarbe bekamen. Dazu kamen prima Kopf- und Rumpfzeichnungen. Ferner stellte sie mit 97,5 Pkt. die Siegerhäsin. Mehrere Tiere, die mir durch tollen Typ geradezu ins Auge sprangen, hatte Horst Gebhard. Er zeigte außergewöhnliche Walzenformen und die kräftigsten Köpfe, die ich seit Jahren in der Rasse gesehen habe! Ein Tier bekam auch völlig zu Recht die 19,5 in Pos.2. Das wohl deutlich auch im Rassewert schönste Tier machte leider aufgrund eines Wammenansatzes nb. Ein V-Tier von ihm, das einen ähnlichen Rahmen zeigte, wurde mit 97,0 Pkt. Sieger. Sehr feine Typen mit gutem Rassewert zeigte auch Jürgen Hansert. Er hatte ebenso ein V-Tier wie auch Alfred Menzel, Frank Holz, Klaus Schipper und Hans Ellenberg.

Die Qualität der 60 Kleinschecken, blau-weiß, war nach dem Urteil der Richter recht
schwach und auch die Gesamtbetrachtung des Berichterstatters konnte daran nichts ändern. Im Vergleich zum schwarz-weißen Farbenschlag sah man teilweise Tiere, die kritisch gesagt schon fast vom Rassetyp abwichen. Schwache Köpfe und schmale Körper waren verbreitet. Dies kam auch in der Bewertung deutlich zum Ausdruck. Neben dem in Gewicht, Körperform, Typ und Bau nahezu einzigen sehr guten Zuchtstamm von Klaus Wunder sah man bei anderen Züchtern nur noch zwei Tiere mit einer 19,0 in Pos. 2. Er wurde mit 480,5 Pkt. 1. Rassemeister und zeigte mit 96,5 Pkt. auch die Siegerhäsin. Ganz „andere Tiere“ hatte Walter Ebinger. Schwächen in Pos. wurden durch Stärken in den Zeichnungsmerkmalen kompensiert. Positiv auffallend war, dass trotz der feinen freistehenden Seitenflecken die Aalstriche gleichmäßig breit waren und die Tiere dabei sehr gute Farben hatten. Er wurde mit 480,0 Pkt. 2. Rassemeister. Auch hatte er das einzige V-Tier in diesem Farbenschlag, das auch als Siegerrammler ausgezeichnet wurde. Dritter wurde Josef Michaelis mit 378,5 Pkt. Seine Tiere überzeugten im Fellhaar, waren im Gewicht jedoch schwach.

Die Kleinschecken, havanna-weiß, wurden von 10 Züchtern mit 69 Rassevertreternvorgestellt. Der Farbenschlag hat sich in den letzten Jahren mehr und mehr verbreitet und hat nun die blau-weißen Kleinschecken zahlenmäßig und qualitativ übertrumpft. In vielen Zuchten sah man prima Ansätze, um über Form, Fell und Farbe zum Erfolg zu kommen. In der Gesamtheit dominierte aber Jörg Stünkel so souverän wie selten zuvor. Mit 483,0 Pkt. wurde er 1. Rassemeister. Stolz durfte er sein, dass sämtliche Tiere ein 14er Fell machten und kein Tier in einem Zeichnungsmerkmal weniger als eine 14 bekam. Eine wirklich beachtenswerte Gesamtleistung! Überragend war der Siegerrammler. Er wurde mit einer 19,5 In Pos. 2 hervorgehoben. Mit deutlichem Abstand und 479,0 Pkt. folgte die Zgm. Sierth, die sich erstmals auf der Überregionalen platzierte. Eine feine Leistung, zumal sie auch noch die Siegerhäsin mit 96,5 Pkt. stellte. Die Tiere hatten ihre Stärke im Rassewert. Dritter in der Rassemeisterschaft wurde Michael Löhr mit 376,5 Pkt.

Werbend zeigten Josef Steinack und Kurth Vierheller auch 6 Kleinschecken, wildfarben-weiß. Ob die Neuzüchtung ihren Weg macht, werden die nächsten Jahre zeigen. Jedenfalls
gibt es einige auch sehr engagierte Scheckenzüchter, die an der Verbesserung und Etablierung arbeiten. Allerdings sollte man die Tiere hierzu auch zeigen und präsentieren!

227 Englische Schecken, schwarz-weiß, waren ausgehend vom Preisrichterurteil die beste
Konkurrenz der Schau, denn man musste hier die höchsten Punktzahlen erreichen, um sich zu platzieren und in keiner anderen Rasse bzw. in keinem anderen Farbenschlag wurden so viele V-Tiere vergeben und von so vielen verschiedenen Züchtern ausgestellt. Dennoch, „verschenkt“ haben die Richter auch nichts! So wurde z.B. „nur“ einmal die 19,5 in Pos.2 beim Siegerrammler (97,5 Pkt.) von Dieter Bunse vergeben, fünfmal die 14,5 im Fellhaar (2 Tiere kamen Fred Jura!) und der Traum eines Züchters, die 15er Rumpfzeichnung gab es immerhin sieben mal. Dies verdeutlicht, dass in der Spitze Tiere saßen, die über alle Positionen auf hohem Niveau sehr ausgeglichen waren und dennoch konnte man natürlich Unterschiede, aber auch Gleichartiges ausmachen. Sowohl Werner Bartaune als auch Wolfgang Knuth und Werner Winkens stellten ausschließlich Tiere mit exzellenten Fellhaarstrukturen. In der Körperform gefielen mir die Tiere von Wolfgang Knuth bestens. Ein hervorragender Stand war in vielen Zuchten zu sehen. Werner Winkens zeigte Tiere mit sehr schönen Kopf- und Ohrstrukturen, jedoch ohne Übertreibungen, denn „Engländer“ sollten eine gewisse „Sportlichkeit“ haben. In der Rumpfzeichnung stach die teilweise in Perfektion gezeigte Posthornschablone - die Anordnung der Kettenpunkte und Flecken im Lenden- und Schenkelbereich - der Tiere von Werner Bartaune hervor. Den Ausschlag für die Rassemeisterschaft, die schließlich Werner Winkens mit 487,0 Pkt. vor Wolfgang Knuth und Werner Bartaune mit je 485,0 Pkt. errang, war schließlich die nicht zu grobe aber auch nicht zu feine Rumpfzeichnung in Verbindung mit einer sehr guten Farbe. Werner Winkens zeigte auch die Siegerhäsin, die 98,0 Pkt. machte und einen vollen Rassewert bekam. Hervorragende Gesamtergebnisse mit mehreren V-Tieren erzielten Jean-Claude Kormann, Erik Büscher, Jörg Albrecht und Michael Löhr. Jeweils ein V-Tier hatten zudem Thomas Wagner, Alban Schwinn, Rolf Alpenzeller, Frank Schmitz und Franz Parsch.

58 Englische Schecken, blau-weiß, hatten nach den „Schwarzen“ zwangsläufig einen etwas schweren Stand, sind aber erfahrungsgemäß auch in der Breite nicht ganz so stark. Dafür gibt es auch einfach zu wenige Züchter, die sich mit diesem schönen Farbenschlag intensiver beschäftigen. Auffällig verbreitet war in vielen Zuchten das dichte, fein und gleichmäßig begrannte Fellhaar. Marcus Turk wurde zum widerholten Male 1. Rassemeister (483,5 Pkt.) und zeigte dabei wieder die besten Körperformen. Die Krönung war dabei der Siegerrammler, der mit einer 19,5 in Pos.2 97,5 Pkt. machte. Die Siegerhäsin kam von Eberhard Krüger mit 96,5 Pkt. Bernd Rüter, dessen Tiere einen hohen Gewichtsrahmen hatten, waren im Vergleich zu den Tieren von Marcus Turk etwas grober gezeichnet, hatten aber eine prima Farbe. Belohnt wurde die Leistung mit 481,0 Pkt. und dem 2. Platz in der Meisterschaft vor Reinhard Mack, der als Dritter 480,5 Pkt. erzielte. Auch die Zucht von Jakob Albrecht überzeugte nicht zuletzt aufgrund eines V-Tieres.

Ein ganz hervorragendes Meldeergebnis mit 132 Tieren gab es bei den Englischen Schecken, thüringer-weiß. Auffällig war, dass in einigen Zuchtlinien das Normalgewicht nur soeben erreicht wurde. Dass es auch anders geht, zeigten u.a. die Tiere der Zgm. Trapp, die in der Rassemeisterschaft mit 483,0 Pkt. den 3. Platz hinter dem punktgleichen Siegfried Gottschlich machte. Formlich ganz hervorragende Tiere zeigte Reinhold Ellenberg. Leider fehlte es hier etwas im Rassewert. Dies ist das Stichwort für die in diesem Punkte grandiosen Tiere von Bernd Schückle, der wohl seit Jahren bei seinen Tieren den besten Rassewert aller Punktscheckenrassen zeigt… und dies verbunden mit dem nötigen dichten und griffigen Fellhaar! Beim Gewicht ist allerdings Vorsicht geboten. Er erzielte 486,0 Pkt. und hatte mit 97,5 Pkt. auch die Siegerhäsin.

Auch die Englischen Schecken, dreifarbig, wurden nach einem Tiefpunkt vor einigen Jahren wieder verstärkt ausgestellt. Immerhin zeigten 7 Züchter 45 Rassevertreter. Der jüngste Farbenschlag bei den „Engländern“ ist sicherlich aufgrund der Dreifarbigkeit schwieriger zu züchten als die anderen Farbenschläge. Nun gilt es, über die Verbreitung zunächst Form, Fell und Farbe zu festigen, um dann die Eleganz der Kopf- und Rumpfzeichnung zu verfeinern. Ich glaube, in diesem Jahr die besten Rassevertreter der zurückliegenden Jahre gesehen zu haben und dies nicht nur bei den Erstplatzierten. Vielfach
sah man den leicht gestreckten Körper und vielleicht „standardgerechter“ als in manch anderem Farbenschlag, bei dem man hier und da schon gedrungene Tier sieht. Zu Recht wurde häufig die 19,0 Pos. 2 vergeben und auch die Fellhaarstruktur konnte sich sehen lassen. Durchgängig prima Kopfzeichnungen sah man bei Philippe Eckstein und Thomas Schmidt. Letzterer erhielt auch (mit Liebe bewertet) zwei 15er Rumpfzeichnungen und mit einer zweifellos sehr guten Farbe und Farbverteilung setzte er sich in der Rassemeisterschaft mit stattlichen 485,0 Pkt. gegen Philippe Eckstein (482,5 Pkt.) durch. Auch die Siegerhäsin von Thomas Schmidt konnte mit 97,5 Pkt. voll überzeugen. Doris Claus stellte ferner ein V-Tier mit einem tollen Rassewert. Aber auch die Tiere der Zgm. Becker konnten überzeugen. Auf dieser Basis kann es mit diesem Farbenschlag weitergehen!

Exakt das gleiche Meldeergebnis wie im Vorjahr sorgte bei 73 Rassevertretern der Zwergschecken, schwarz-weiß, wieder für eine sehenswerte Konkurrenz. Zwergentyp und
Größen- und Gewichtsrahmen wird immer mehr stabilisiert. Auf breiter Linie sollte das Fellhaar jedoch noch etwas kürzer und dichter werden. Schön war zu beobachten, dass auch die Leistungsdichte geschlossener wird, denn mit Thomas Busch tauchte auf dem 3. Platz ein neuer Name auf dem Siegerpodest. Auch Manfred Schmitz hatte erstmals ein Siegertier. Die Häsin (97,5 Pkt.) wurde für ihr hervorragendes Fell hervorgehoben. Im Übrigen bestachen sämtliche seiner Tiere in der Farbe. Zwei Namen sind nun noch nicht gefallen, die der Rasse seit Jahren ihren Stempel aufdrückten. Dieter Heuschele musste sich in diesem Jahr mit 481,5 Pkt. geschlagen geben. Josef Konrad sicherte sich mit 483,0 Pkt. die Rassemeisterschaft wobei 7 seiner Tier eine 19,0 in Pos. 2 bekamen… eine tolle Leistung! Den Siegerrammler zeigte wiederum Dieter Heuschele mit 97,0 Pkt.

Dieter Heuschele war es auch, der bei den 29 Zwergschecken, blau-weiß, mit 482,0 Pkt. die Weichen setzte. Die Tiere standen dem schwarz-weißen Farbenschlag nicht nach und
wurden uneingeschränkt in der Farbe hervorgehoben. Seine mit 97,5 Pkt. bewertete Siegerhäsin war in Pos. 2 herausragend und erzielte als einziger Zwerg eine 19,5! Aber auch Inge Wiegener zeigte einige sehr schöne Rassevertreter und wurde mit 479,5 Pkt. 2. Rassemeister. Die Tiere verfügten allesamt über sehr schöne Rumpfzeichnungen und eine 15,0 in Pos.5 ist schon etwas Außergewöhnliches!


Die havanna-weißen Zwergschecken haben sich in den letzten Jahren zwar in der Breite verbessert, sind aber qualitativ deutlich der schwächste Farbenschlag unter denZwergschecken. Körperform, Typ und Bau sind noch recht unterschiedlich und kaum harmonisiert. Dies gilt erst recht für den viel schwierigeren Rassewert und selbst Kopfzeichnungen, die sich am ehesten stabilisieren lassen sind noch recht unterschiedlich. Die Verbreitung muss einfach größer werden und auch neue Züchter können und müssen manchmal Schwung und Bewegung in eine Rasse bringen. So ist zu hoffen, dass dies Sascha Schwaderlapp gelingen möge, der erstmals mit 478,5 Pkt. Rassemeister wurde und mit 96,5 Pkt. auch das Siegertier stellte. Seine Tiere hatten ihre Stärke in der Fellhaarstruktur wobei die Siegerhäsin als eines der wenigen Tiere auch in Pos. 2 überzeugte. Die Zgm. Groß zeigte wie schon seit vielen Jahren gewohnt gute und ausgeglichene Tiere und wurde mit 478,0 Pkt. 2. Rassemeister. Schön, dass auch „Altmeister“ Ottokar Drechsler immer noch aktiv dabei ist und acht Tiere brachte.

Die Zwergschecken, dreifarbig, setzten mit 65 Rassevertretern, ausgestellt von 11 Züchtern, ihre prächtige Entwicklung in der Klasse und vor allem auch in der Breite fort. Bester Beweis dafür ist, dass die beiden Siegertiere nicht von den drei Erstplatzierten gestellt wurden. So kann es mit einer Rasse vorwärts gehen! Auch die sich in den letzten Jahren schon abzeichnende Hochburg dieses Farbenschlags in Westfalen hat sich bestätigt. Mit Gottfried Zanger (482,5 Pkt.) und Hendrik Höflich (480,5 Pkt.) gab es praktisch den gleichenZieleinlauf wie im Vorjahr. Die Tiere von Gottfried Zanger zeigten sich gegenüber dem Vorjahr in Pos.2 nochmals verbessert und waren in Kombination mit dem fein strukturierten Fellhaar nicht zu schlagen. Auch im Rassewert wird in diesem Farbenschlag bereits Erstaunliches geleistet. Trotz relativ kleiner freistehender Seitenflecken sah man viele Tiere mit satten Farben. Gerade in diesem Punkte gefielen besonders einige Tiere des Drittplatzierten Andreas Müller, der 478,5 Pkt. erzielte. Auch die beiden Siegertiere von Manfred Sylvester und Heinz Josef Franken waren mit 97,0 Pkt. nicht nur feine Typen sondern auch hervorragende „Farbtiere“.
Erfolge, Siege und Auszeichnungen sind aber längst nicht alles. Das zeigte wieder einmal eindrucksvoll der „Treff unter Freunden“ anlässlich der 39. Überregionalen in Südlohn. Alle, die ausgestellt haben, die ganze Zeit vor Ort waren, oder der Schau einen Besuch abgestattet haben, werden sich gerne hieran erinnern. „Westfalen, Ihr ward prima Gastgeber!“ Doch es geht weiter. Im nächsten Jahr findet die 40. Überregionale am 11./12. Okt. 2014 in Drusenheim im Elsass statt und wird vom Scheckenclub Baden ausgerichtet. Vor den Toren von Straßburg wird dies sicherlich auch für den geselligen und kulturellen Teil ein großes Highlight.

Werner Winkens
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