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Termine

43. Überregionale Scheckenclubvergleichsschau am 14. + 15.10.2017

Ausrichter Scheckenclub Rheinland Nassau in der Sport- und Kulturhalle in Wallmerod bei Montabaur

Rassestatistik Überregionale 2017

Öffnungszeiten:

Samstag 7.00 - 16.00 Uhr

Sonntag  8.30 - 13.00 Uhr

Eröffnungsfeier Samstag 11 Uhr

Wir freuen uns über die Wahl zur Homepage des Monats!

letzte Aktualisierung:

19. September 2017

Datenschutzerklärung hier

Rassebeschreibung

Züchterstudie Deutsche Riesenschecken von Erich Waldeck

Deutsche Riesenschecken   
  
 
....eine prächtige Rasse, 
....mit wunderschöner Zeichnung, 
....harmonischer Eleganz, 
....eine Rasse für Idealisten mit Herz und Ausdauer
 

Erich Waldeck, Mülheim an der Ruhr

 

Der Autor des Berichtes vor den Gehegen seiner Tiere auf der 36. Überregionalen Scheckenclubvergleichsschau 2010 in Bremerhaven.

Die heutigen Riesenschecken zeigen ein Normalgewicht von 6 kg und mehr, die Obergrenze liegt bei 9 kg, die Körperlänge soll 68cm erreichen, die Ohrlänge 17 cm. Grobe Abweichungen werden mit Punktabzügen geahndet. Zu einem Riesenschecken gehört der große breite Kopf, die ausgeprägten Backen, sowie die starken Ohrmuscheln, die eine sehr gute Ohrenhaltung garantieren. Die Ohren sind kräftig und gut behaart und sollen V-förmig getragen werden. Der Körper soll vorne und hinten gleichmäßig breit sein. Ein typisches Merkmal ist die gute Bemuskelung, die sich in einem langgestreckten, walzenförmigen Körperbau orientiert. Die Rückenlinie ist lang und verläuft geradlinig bis zum gut abgerundeten Becken. Die Brust ist breit und gut entwickelt, und steht auf den geraden und starke Vorderläufen, die breit gestellt sind. Die Hinterläufe bewegen sich parallel zum Körper. Die Wammenfreiheit ist ein weiteres Ziel unserer Züchtung.

Bild 1

 

 

Häsin aus der Zucht des Autors mit feinem Typ und sehr guter Rückenlinie, kräftigen Läufen und guter Ohrstruktur. Auch farblich entspricht das Tier allen Ansprüchen. Aber wie so oft in der Scheckenzucht, haben die Tiere zwei unterschiedliche Seiten (siehe Bild 2)

Bild 2

 

 

 

Die Häsin von Bild 1 von ihrer schwachen Seite mit groben, zusammenhängenden Seitenflecken.

Das Fell ist mittellang ca. 3,5 cm, gut und gleichmäßig begrannt und mit einer dichten Unterwolle versehen. Je kürzer und feiner das Fell begrannt ist, desto klarer sind die Übergänge zwischen der weißen Grundfarbe und der Zeichnungsfarbe zu sehen. Deck und Unterfarbe sind von reinem Weiß. Von den Farbenschlägen kennen wir heute schwarz-weiß, blau-weiß und havanna-weiß. Die Zeichnungsfarben dürfen nicht mit andersfarbigen Haaren durchsetzt sein. Die Krallen sind bei allen Farbenschlägen farblos. Während die schwarz-weißen und havannafarbigen Schecken braune Augen zeigen, haben die blau-weißen Schecken blaugraue Augen.



Eine der drei Rassemerkmalen aller Scheckenrassen ist die Kopfzeichnung. Sie besteht aus dem Schmetterling mit Dorn, den Augenringen, den Backen- punkten, der Ohrenzeichnung. Die Kopfzeichnung zeigt zunächst den
Schmetterling, der sich beidseitig bogenförmig bis über die Mundwinkel
erstreckt und den Unterkiefer einfasst. Auf der Mitte des Nasenrückens befindet sich der leicht gerundete Dorn. Leichte Fehler sind ein gezackter Dorn, einseitige Unterkiefereinfassung und fleischfarbener Lippenspalt. Schwer fehlerhaft ist der gänzlich fehlende Dorn, die fehlende Kiefereinfassung, ein unvollständiger Schmetterling, weiße Nasenspitze oder weißer Lippenspalt, anhängende Backenpunkte, wie auch Augenringe und Ohrenansatz bzw. Schmetterling. Die Augenringe sollten möglichst gleichmäßig breit und geschlossen sein. Doch auch die Zacke (früher auch sechs genannt) soll nicht nachteilig bewertet werden. Grobe Augenringe neigen schnell zur fehlerhaften Kopfzeichnung, durch anhängende Backenpunkte. Die Backenpunkte sollen sich frei unter den Augenringen befinden, und sind rund oder oval, in einem idealen und gewünschten Abstand von 1cm. Der Ohrenansatz ist zur Stirnfläche häufig mit einer leicht abgerundeten oder Keilförmigen Ausbuchtung zur Stirn (Stirnbüschel) versehen. Im Idealfall verläuft der Übergang gerade. Beide Erscheinungsarten liegen in der Vererbung der verschiedenen Linien verankert. Nicht selten dagegen sind Spritzer an den Köpfen. Gerade hier sind die Züchter gefordert eine saubere Zucht zu betreiben.



Bild 3

 

 

 

Der Schmetterling mit etwas stark ausgeprägtem Dorn.

Bild 4

 

 

 

Der etwas stumpfe Dorn.

Bild 5

 

 

Der etwas grobe Augenring mit noch deutlich entferntem Backenpunkt.

Bild 6

 

 

Ein schöner Augenring mit tief liegendem tollen Backenpunkt.

Die Seitenzeichnung ist das Paradestück der Schecken, und besteht aus dem berühmten Aalstrich, der sich im Idealfall mit einer gleichmäßigen Breite von ca. 3 cm vom Genick bis zur Blumenspitze über den Rückenfirst hinweg zieht. Ein gezackter oder ungleichmäßiger, ein breiter oder schmaler Aalstrich, einer mit Unterbrechungen vom Genick bzw. vom Blumenansatz bis zur hochgelegten Blumenspitze, gilt als leichter Fehler. Die Seitenzeichnung besteht aus freistehenden Punkten und Flecken mit einem gewünschten Durchmesser von 3-4 cm. Auf jeder Körperseite gelten 6-8 Seitenflecken als ideal, wobei die Punkte eine gleichmäßige Verteilung im Halbkreis auf dem Schenkel bis zum Bauchansatz haben sollten. Flecken an Brust, Bauch und an den Läufen bleiben unberücksichtigt.
Fehlerhaft sind dagegen am Aalstrich leicht anhängende Zeichnungspunkte, eine schwache, volle oder ungleichmäßige Seitenzeichnung, die Anlage zu einer Kettenzeichnung, ein- oder beidseitig am Körper freistehende Kettenpunkte. Genickpunkte, die weniger als 2 cm vom Aalstrich entfernt sind, gelten nicht als Kettenpunkte. Zu den schweren Fehlern rechnet man die stark zusammenhängende Seitenzeichnung mit dem Aalstrich, Sattel- oder Mantelzeichnung, mehr als ein freistehender Kettenpunkt auf einer Seite, weniger als 3 Seitenflecken auf einer Seite.

Bild 7

 

 

 

Auch dieser viel versprechende junge Rammler hat sehr gute Eigenschaften und eine „Schokoladenseite“. Die andere Seite ist auf Bild 8 zu sehen.

Bild 8

 

 

Die vier kleinen und auch freistehenden Seitenflecke liegen weit auseinander und nicht in der gewünschten Schablone. Sie stellen genau das Gegenteil zu der Seitenzeichung des Tieres auf Bild 2 dar.

Die Farbe mit dem satten Glanz, den längst nicht jedes Tier besitzt, wünscht sich jeder Züchter im Stall zu haben. Wir unterscheiden zwischen der Grundfarbe und der Zeichnungsfarbe in schwarz, blau, und havannafarbig, die rein und nicht mit andersfarbigen Haaren durchsetzt sind. Der erste kritische Blick gilt den Ohren-rändern, der Blume und der Schoßpartie. Hier erkennt man schnell den guten oder den schlechten Farbträger. Eine sehr gute Farbe mit einem sehr guten Fellträger erleichtert dem Züchter das Schaufertigmachen erheblich! Man spart viel Zeit und gewinnt schnell die positive Meinung des Richters. Man sollte bemüht sein, die Zuchttiere nach solchen Merkmalen verstärkt in die Zucht-planung einzubringen.

Genetik und Zuchtpraxis

Wie alle Punktscheckenrassen sind auch die Riesenschecken ausschließlich in ihrer spalterbigen Form für Ausstellungszwecke zugelassen. Allgemein bekannt ist, dass diese auch aus einfarbigen Tieren und den sogenannten Chaplinen gezogen werden können. Ob dieser Weg ratsam ist, bezweifele ich vehement. Meine Erfahrung hat mich gelehrt, diesen Weg nicht noch einmal zu gehen. Als Anfänger ließe ich mich 1980 überreden. Das Ergebnis war hervorragend, doch die Freude war recht kurz. Meine ausgewählten Zuchttiere wurden gerade 10 Monate. Ein Rammler schaffte es auf 2 Jahre. Heute setze ich keine Chaplins mehr ein und bevorzuge den Einsatz einfarbiger Tiere als Häsinnen, die natürlich aus einer vielversprechenden Paarung stammen sollten. Ansonsten werden Typschecken eingesetzt, die die besten Voraussetzungen mitbringen. Ich bevorzuge eine Linienzucht, doch keine F 1 Verpaarungen (Sohn–Mutter) usw., da diese Inzucht zwar einen höheren Rassewert erbringt, die Vitalität und Größe jedoch vermissen lässt. Jeder Züchter sollte mit seinem Sachverstand und dem Verantwortungsbewusstsein für sich den richtigen Weg finden.

Ich wünsche jedem, den richtigen Weg zu gehen und dabei stets in Freude die schöne und interessante Scheckenzucht für sich zu gewinnen.

Erich Waldeck

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© Walter Willems