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Termine

43. Überregionale Scheckenclub-vergleichsschau am 14./15.10.2017

Ausrichter Scheckenclub Rheinland Nassau

Gesamtkatalog
43. Überregionale
Scheckenclubvergleichs-
schau
Gesamtkatalog Scheckenclubschau 2017.pdf
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letzte Aktualisierung:

15. Dezember 2017

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37. Überregionale Scheckenclub-Vergleichsschau

... mit „Festivalstimmung“ wie man sie sich nur wünschen kann!


Es war kein Zufall, dass die Schau am 08./09. Oktober 2011 exakt in dem malerischen Eifelstädtchen Monschau an der belgisch/niederländischen Grenze stattfand, in dem vor einem Jahr der Landesverband Rheinischer Rasse-Kaninchenzüchter die ZDRK-Tagung ausrichtete und sein 100-jähriges Verbandsjubiläum feierte. Schließlich fanden hier die Züchter allerorts „offene Türen“, Gehör, Beachtung und wohlwollende Unterstützung. Dabei konnten natürlich auch die auf der ZDRK-Tagung geknüpfte Kontakte positiv genutzt werden. Clubvorsitzender und Ausstellungsleiter Walter Willems, der in der Region beheimatet ist, setzte unermüdlich weitere Impulse und konnte nicht nur die Clubzüchter mit ihren Partnern begeistern, auch regionale Zuchtfreunde, insbesondere die aus Eicherscheid, unterstützten den Club ganz hervorragend. Das Meldeergebnis der 189 Züchterfreunde war trotz Tierzahlbegrenzung mit 1138 Punktschecken überragend. Das Ambiente in der Vereinshalle dürfte ebenfalls zum Wohlempfinden beigetragen haben, denn sie war prächtig mit einem „halben Tannen- und Birkenwald“, über 300 Blumen, Efeu- und Weinranken und einer großartigen Tischdekoration festlich geschmückt. Dazu war natürlich auch der Ehrenpreistisch reichlich gedeckt und jedes 10. Tier erhielt einen Preis. Die Hallenbewirtung wurde zu zivilen Preisen und bester Qualität in Eigenregie durchgeführt. Die Kuchentheke war stets belagert und selbst die durstigsten Kehlen schafften es nicht, die agile Thekenmannschaft in Verlegenheit zu bringen.

Zwischen Kultur und Bewertungsstress
Während der Bewertung am Freitagmorgen fand ein sehr informativer Ausflug zur nahe gelegenen Kaiserstadt Aachen. Dom, Elisenbrunnen, historisches Rathaus und Altstadtflair werden wohl nicht zuletzt auch aufgrund der informativen Führung bleibende Erinnerungen sein. Auch während der Hin- und Rückfahrt gab es ständig Information zu „Land und Leute“ und bei einem kurzen Stop am „Dreiländereck“ lies sich die Sonne sogar wieder nach einem leider verregneten morgen sehen. Das Ausflugs- und Kulturprogramm wurde am Samstag mit einer Führung durch das historische Monschau abgerundet. Rasse-Kaninchenzucht in der Clubfamilie ist eben mehr als nur fachsimpeln zwischen den Gehegen!
Die Bewertung wurde im A-B-C-D-System in 4 Gruppen, ausgestattet mit 16 Scheckenzüchtern und den Obleuten Peter Mickmann, Erwin Leowsky, Christian Ruhr und Günter Möller durchgeführt und verlief ruhig und besonnen ohne besondere Vorkommnisse.
Erster Härtetest für das Service-Team war der gemütliche Klönabend am Freitagabend mit rheinischer Schlachtplatte, selbst gefertigtem Kartoffelsalat und Senf aus der historischen Senfmühle in Monschau. Als die Letzten weit nach Mitternacht ins Hotel zurückkamen, wurden sie schon mit dem fertigen Katalog empfangen.

Imposante Ehrengastliste bei der Eröffnung
Seit dem frühen Morgenstunden begleite ein Fernsehteam Ausstellungsleiter Walter Willems und zwar weniger, um einen Schaubericht zu erstellen, als vielmehr, um die Sorgen und Nöte, die Anspannung und auch die angenehmen Dinge eines Schauverantwortlichen einmal in der Öffentlichkeit zu präsentieren. So sah man die Nöte bei der Freihaltung des Rettungsweges auf dem Parkplatz, ebenso wie den humorvoll dargestellten Stress mit dem Binden der Krawatte, als auch die Entspannung nach der Begrüßung der Ehrengäste.
Die Festhalle war bis auf den letzten Platz gefüllt und die Ehrengastzahl so groß und hochkarätig, dass Walter Willems zufrieden feststellen konnte, dass Rasse-Kaninchenzucht in dieser Dimension keine „Randsportart“ mehr ist. Gerührt stellte er ferner fest, dass für ihn als Clubvorsitzender mit dieser Veranstaltung ein Traum in Erfüllung gehe. Im Nachgang zu den beiden Großveranstaltungen des vergangenen Jahres freute sich ZDRK-Präsident Peter Mickmann wieder unter rheinischen Freunden zu sein und Erwin Leowsky als frisch gewählter EE-Spartenleiter überbrachte die Grüße des Europaverbandes. Sein Vorgänger Dieter Plumanns, als echter Zaungast nur wenige Kilometer vom Ausstellungsort entfernt beheimatet, nahm die Gelegenheit wahr, sich für die lange Zusammenarbeit mit dem Präsidium zu bedanken. Klaus Baronowki überbrachte die Grüße der ZDRK-Clubvereinigung. Als Scheckenzüchter gehören ZDRK-Schriftführer Christian Ruhr und der technische Leiter des Deutschen Preisrichterverbandes Günter Möller seit vielen Jahren zu den aktiven Ausstellern und auch der ZDRK-Herdbuchobmann Wolfgang Wüst fühlte sich sichtlich wohl im Kreise der Spezialzüchter. Landesverbandsvorsitzender Hubert Bürling und LV-Clubobmann Heinrich Joosten freuten sich über diese bedeutende und repräsentative Veranstaltung im Rheinland. Dabei erinnerte Hubert Bürling auch daran, dass der Rheinländer Josef Heintz vor 110 Jahren die Rheinischen Schecken erzüchtete und der unvergessene Scheckenclubvorsitzende Ferdi Wagner Pionier der Überregionalen Vergleichsschauen und Arbeitsgemeinschaften war. Die Verbundenheit der Rasse-Kaninchenzucht zur Landwirtschafts-kammer NRW bekundete Kreislandwirt Franz-Josef Kügelchen, der auch die Gelegenheit wahrnahm, die Kammermedaillen an die erfolgreichsten Züchter des Kammerbezirks zu überreichen. Dies waren Michael Löhr, die ZGM Pries und Alina Einsenmann. Es war schließlich dem Allgemeinen Vertreter der Bürgermeisterin Hermann Mertens vergönnt, die Scheckenfamilie in der Eifelperle Monschau zu begrüßen und die Ausstellung offiziell zu eröffnen. Das das Wiedersehen mit vielen Gästen nach der ZDRK-Tagung so kurzfristig sein würde, war für ihn ebenso überraschend wie herzlich und vor allem auch erkennbar und fühlbar auf „Augenhöhe mit den Züchterfreunden“.

Goldener Scheckenring für Franz Parsch
Mit der Verleihung des Ehrenrings an einen verdienten Scheckenzüchter hatte Arbeitskreisleiter Josef Steinack schon traditionell die letzte und angenehmste Aufgabe im Rahmen der Eröffnung zu erfüllen. In diesem Jahr fiel die Wahl auf Franz Parsch, einem ruhigen, besonnene, sehr zurückhaltenden und stets bescheidenen Züchter, der unter seinen Kameraden jedoch sehr beliebt und geachtet ist. Er ist im hessischen Eschborn beheimatet und wurde am 31.1.1937 geboren. 1950 trat er in den Verein H 310 ein und züchtet von Anfang an Englische Schecken. Dem Club trat er 1973 bei. Nach Gründung eines neuen Vereins in seiner Heimatgemeinde war er Initiator und Motor für die Errichtung einer großzügigen Kleintierzuchtanlage, in der noch heute regelmäßig Lokal- und Kreiverbandsschauen durchgeführt werden. Seit Vereinsgründung 1966 steht er diesem vor. Er betreibt die Scheckenzucht unter dem Gesichtspunkt: “Klein und fein!“. Dabei konnte er schon ca. 20 Landesmeisterschaften sammeln, war Bundesmeister und stellte auf zwei Überregionalen Scheckenclubvergleichsschauen Siegertiere. Ebenso ist er seit 40 Jahren auch begeisterter Hühnerzüchter. Unter dem Applaus der Gäste und Züchterfreunde nahm Franz Parsch die Auszeichnung entgegen. In seinen Dankesworten machte er seine nunmehr 60 Jahre anhaltende große Freude an der Scheckenzucht und seinen Stolz darüber deutlich, dass gerade in den letzten Jahren viele bekannte Züchter von ihm Tiere erfolgreich übernommen haben und dadurch auch viele freundschaftliche Kontakte entstanden seien.

Stimmungsvoller Züchterabend mit Ehrung der Bestleistungen
Der Festabend fand im Carat-Hotel, das bereits Anlaufstelle der ZDRK-Tagung 2010 war, statt. Da hier auch rund 80% der 250 Gäste des Festabends untergebracht waren und ein hervorragendes Buffet mit alle erdenklichen Speisen serviert wurde, waren die Weichen für einen stimmungsvollen Züchterabend, der für sehr viele Züchterfreunde bis nach 4 Uhr in den frühen Morgenstunden dauern sollte, gesetzt. War es die abwechselungsreiche Programmgestaltung mit den verschiedenen Darbietungen und die alle Musikrichtungen spielende Alleinunterhalterin Goscha Fischer, die stets eine gefüllte Tanzfläche vor sich hatte? War es die Abkehr von einer sonst üblichen Verlosung mit einem heiteren Aufwiegen bekannter Züchter und anschließendem Gewichtstipp? War es die Stimmungskanone „Der singende Wirt“, der mit Sketchen und rheinischem Liedgut den Saal in wenigen Minuten auf seiner Seite hatte? Mit eigenen Kompositionen bezog er die Züchter und Ehrengäste. Präsident Peter Mickmann dürfte seine Elke und Züchterfreund Ewald Dietz seine Eva wohl noch nie so dauerhaft zur Untermalung eines Songs geküsst haben. Eingestreut in diese Darbietungen gab es dann die Ehrungen für die Bestleistungen. Baumscheiben bildeten dabei das Siegerpodest. Die Clubwertung gewann der Scheckenclub Westfalen (1.166,5 Pkt.) vor Hannover (1.165,5 Pkt.), Württemberg-Hohenzollern (1.164,0 Pkt.), Baden (1.162,5 Pkt.) und Rheinland (1.162,0 Pkt.). Die beste Gesamtleistung zeigte Bernd Schückle (Englische Schecken, thüringer-weiß, 582,5 Pkt.), gefolgt von Martin Heierhorst (Kleinschecken, blau-weiß, 581,5 Pkt.), Frank Holz (Englische Schecken, thüringer-weiß, 581,0 Pkt.) und Andreas Langelage (Kleinschecken, schwarz-weiß, 581,0 Pkt). Den besten Rammler der Schau stellte Martin Heierhorst (Kleinschecken, blau-weiß, 98,0 Pkt.) und die beste Häsin hatte Alina Eisenmann (Deutsche Reisenschecken, schwarz-weiß, 98,0 Pkt.). Die Rassemeister und -sieger werden in der folgenden Rassekritik genannt:
25 Deutsche Riesenschecken, havanna-weiß, eröffneten den Rassereigen. Qualitativ waren die Tiere etwas schwächer als im Vorjahr. Das einzige Tier, das 96,5 Pkt. machte -allerdings mit einer 19,5 in Pos.2-, war das Siegertier von Hans Ströhle. Der Größen- und Gewichtsrahmen und auch die Farbe stimmte bei den meisten Tieren. Allerdings fehlte die Ausgewogenheit in den Positionen recht deutlich. Viele Tiere hatten mal in der oder mal in jener Position ihre Probleme. So konnte auch in der Kopfzeichnung keine 15,0 vergeben werden. Rassemeister wurde Hans Ströhle, mit 479,5 Pkt. vor seinem Clubkameraden Thomas Grabner mit 476,0 Pkt.
Bei 29 Deutschen Riesenschecken, blau-weiß, sah man in der Zucht von Ewald Dietz überragende Tiere. Leider fehlte jedoch ein Jahrgangstier, um in der Rassemeisterschaft zu konkurrieren. Dennoch, drei V-Tiere, darunter das Siegertier, belegen die über Jahre anhaltende Klasse dieser Zuchtlinie. Nur die Tiere von Armin Fieberg, konnten da noch annährend mithalten. Vor allem hatten einige Tiere einen sehr guten Körperbau und gute Fellhaarstrukturen. Er wurde mit 477,0 Pkt. Rassemeister vor Roland Frank mit 475,0 Pkt. Im Größenrahmen und damit auch im Gewicht und vor allem in der Rumpf-zeichnung sah man deutliche Unterschiede. Farblich erschienen die Tiere gegenüber den Vorjahren verbessert.
182 Deutsche Riesenschecken, schwarz-weiß, waren wieder eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr, obwohl eine ganze Reihe etablierter guter Zuchten fehlte. Dafür trumpfte Jae Peeters aus den Niederlanden auf, der erstmals ausstellte und mit seinen Tieren Maßstäbe setzte. Basis hierfür war Pos.2., die mehrfach mit 19,5 belohnt wurde. Leicht gestreckt Tiere, vorne und hinten nahezu gleichbreit, hervorragende Becken, markante Köpfe mit kräftigen Ohrstrukturen und ganz wichtig, kräftige Läufe, die die gewünschte Stellung und damit auch die harmonische Ästhetik der Rasse fördern, waren in seiner Zucht eine Augenweide. Da die Tiere auch einen beachtlichen Rasse-wert hatten, sicherte er sich die Rassemeisterschaft mit 484,0 Pkt. Auch die Siegerhäsin kam mit 97,5 Pkt. von ihm. Im übrigen vergaben die Richter den Tieren von Franz Josef Neumann auch zweimal die 19,5 in Pos.2. Auch der Siegerrammler von Niko Reichert setzte mit 97,5 Pkt. einen Glanzpunkt in Pos.2. Beim Fellhaar wurde deutlich differenziert und so fiel die Klasse der Fellhaarstrukturen bei den Züchterfreunden aus Rheinland-Nassau auf. Hier scheint ein gute Zusammenarbeit und Stabilisierung eines Merkmals zu erfolgen. Die Kopfzeichnungen wurden überwiegend mit 14,5 und 15,0 bewertet, während die Differenzierung in der Rumpfzeichnung deutlich größer war. Das Idealbild von 6 bis 8 gut verteilten und freistehenden Seitenflecken bleibt oft noch ein Traum. Dem Ideal in Pos. 4 am nächsten kamen die Tiere von Alina Eisenmann. Sie zeigte die auch die beste Häsin der Schau mit der Idealpunktzahl im Rassewert und kam auf 98,0 Pkt. Die „lackschwarze“ Zeichnungsfarbe auf rein weißer Grundfarbe war stark verbreitet, so dass etwa 50 % der Tiere die 10 vergeben wurde. Hier kann man sich ja auch mit etwas Schaufertigmachen relativ leicht einen halben Punkt verdienen. In der Meisterschaft belegte Alina Eisenmann mit 483,5 Pkt. den 2. Platz, gefolgt von Werner Magg mit 482,5 Pkt. Weitere V-Tiere stellten Jürgen Willfried, Heinz Wendt, Holger Dahlem und Timo Wagner.
Mit 114 Rheinischen Schecken hatte sich Anzahl der ausgestellten Tiere halbiert. Dies muss sicherlich in erster Linie der Tierzahlbegrenzung geschuldet werden, weil gerade in dieser Rasse einige sehr ausstellungsfreudige Züchter „ausgebremst“ wurden. In den letzten Jahren haben sich die Tiere in Pos.2 in der Breite verbessert und gelegentlich sollte schon in Erinnerung gerufen werden, dass der Standard eine leichte Streckung des Körpers einfordert! Ähnlich sehe ich die Entwicklung in der Fellhaarstruktur. Hier muss man einfach die Tiere des amtierenden Bundessiegers Frank Holz hervorheben. Seine 8 Tiere erhielten 4 x 14,0 und 4 x 14,5 Pkt. Ich glaube kaum, dass es so ein Ergebnis auf einer Großschau in dieser Rasse schon einmal gegeben hat. Mit auch im Rassewert sehr ansprechenden Tieren und recht deutlichem Abstand und 485,0 Pkt. wurde er Rassemeister. In Kombination von Form und Fell zeigte Hermann Höflich die besten Tiere. Er hatte auch mit 97,5 Pkt. die Siegerhäsin, während der Siegerrammler mit 97,0 Pkt. von „Altmeister“ Heinz Öhrlich kam. Seine Tiere waren längst nicht so voluminös und wuchtig, wurden aber in der Rumpfzeichnung und Farbe hervorgehoben. Mit 482,0 Pkt. wurde er zusammen mit Winfried Kalowky 3. Rassemeister. Dazwischen platzierte sich Richard Schnarr mit 482,5 Pkt. auf dem 2. Platz. Auffällig war, dass recht viele Tiere in der Kopfzeichnung für grobe Augenringe und unreine Ohrenansätze bestraft wurden und es andererseits doch in der Rumpfzeichnung, die ungleich schwieriger ist, durchweg die 14 und 14,5 gab. Zweimal griffen die Richter hier zur 15 -unter anderem bei der Siegerhäsin-. Die Farbverteilung in den Zeichnungsmerkmalen war sehr ordentlich und nur wenige Tiere wurden deutlich abgestuft.
Bei den 53 Kleinschecken, havanna-weiß, setzte sich zum 4. Male in Folge Jörg Stünkel mit 483,5 Pkt. und dem Siegerrammler mit 97,0 Pkt. durch. Ebenso souverän belegte auch zum wiederholten Male Michael Löhr den 2. Platz mit 482,5 Pkt. Er zeigte ferner mit 97,0 Pkt. die Siegerhäsin. Mit 379,5 Pkt. folgte die Zgm. Regen-Bötz. Der Farbenschlag steht den verbreiterten Farbenschlägen kaum noch nach. Dies gilt grundsätzlich für den Rassewert und hier vor allem für die auf den Flanken und Schenkel freistehenden, nicht zu großen Seitenflecken. Maßstäbe setzten hier die Tiere von Jörg Stünkel. Dagegen waren die Rassevertreter von Michael Löhr in Kombination von Form und Fell deutlich besser.
Es folgten 50 Kleinschecken, blau-weiß. Zum wiederholten Male war der Rassewert dieses Farbenschlages eine Augenweide. Wenn man überhaupt etwas kritisch anmerken darf, sollten doch teilweise die Kopf- und Ohrstrukturen etwas besser dem gedrungenen Körper angepasst werden, so dass die 18,5 in Pos.2 schon überwog. Keineswegs traf dies für den überragenden Rammler von Martin Heierhorst zu, der mit 98,0 Pkt. zum besten Rammler der Schau gekürt wurde. Prunkstück seiner überragenden Zuchtlinie ist jedoch die vorzügliche Rumpfzeichnung, die durch ganz hervorragendes dichtes und vor allem nicht zu langes Fellhaar markant in Erscheinung treten kann. Der Zuchtfreund hatte mit 97,0 Pkt. auch den Siegerrammler, während die Siegerhäsin von Frank Schmitz mit 96,5 Pkt. kam. Sehr ausgeglichene Tiere auf hohem Niveau zeigten Frank Holz und Walter Ebinger, die mit je 481,5 Pkt. 2. und 3. Rassemeister wurden.
Mit 138 Rassevertretern waren die Kleinschecken im schwarz-weißen Farbenschlag erwartungsgemäß am stärksten vertreten und... die Klasse stimmte. Augenscheinlich wurde an der Vereinheitlichung und Verbesserung des Rassetyps mit dem gedrungenen walzenförmigen Körper und den dazu passenden Ohrstrukturen „gearbeitet“, denn nur wenige Tiere zeigten „Strukturen Englischer Schecken oder großer Zwerge“. Friedhold Hohle und Kurt Vierheller belegten mit je 483,5 Pkt. den 2. und 3. Platz in der Rassemeisterschaft. U.a. ihre Zuchtlinien stehen schon seit Jahren für Gewicht, Körperform, Typ und Bau bei ansonsten auch überdurchschnittlichen Werten. Diese Ergebnisse wurden von Andreas Langelage mit 485,0 Pkt. noch übertroffen. Seine im Rassewert seit Jahren hervorragenden Tiere wurden im Typ deutlich verbessert und 8 x 19 in Pos.2 sprechen eine deutliche Sprache. Alles überragend war jedoch sein Siegerrammler, der 97,5 Pkt. machte und geradezu traumhafte Zeichnungsmerkmale hatte, ohne mit 19/14 in Pos.2 und 3 am absoluten Limit zu sein. Ich kann mich nicht erinnern, einen so schönen Kleinschecken schon einmal gesehen zu haben. Die Siegerhäsin kam von der Zgm. Pries mit ebenfalls 97,5 Pkt. Ihre Tiere überzeugten ebenso wie die von Alfred Menzel, der Zgm. Schreiber, Anita Rau und Horst Gebhard.
Leider wurden nur 34 Englische Schecken, dreifarbig, von 5 Züchtern ausgestellt. Ich frage mich immer wieder, warum dieser reizvolle Farbenschlag keine weitere Verbreitung erfährt? Zwangsläufig kann dadurch natürlich auch die Entwicklung nur in kleinen Schritten erfolgen. Auch wenn man ihn noch nicht mit dem schwarz-weißen Farbenschlag vergleichen kann, sieht man deutlich Verbesserungen. Feine Typen mit gutem Becken und auch die Ketten- und Seitenflecken werden immer mehr an die gewünschte „Posthornschablone“ angepasst. Hier hoben sich sicherlich die Tiere von Doris Claus deutlich hervor. Auch zeigten ihre Tiere hervorragendes Fellhaar. Dagegen hatten die Tiere von Thomas Schmidt bessere Körperformen. Er wurde mit feinen 482,5 Pkt. Rassemeister vor der punktgleichen Doris Claus, die mit 97,0 Pkt. auch den Siegerrammler hatte. Auf gleichem Niveau standen auch die Tiere von Philippe Eckstein, der die Siegerhäsin zeigte (97,0 Pkt.).
Auch die Englischen Schecken, blau-weiß, schaffen nicht so richtig den Durchbruch in der Breite. 43 Rassevertreter sind einfach zu wenig, um eine breit aufgestellte Klasse zu präsentieren. Über allen „thronte“ wieder deutlich Markus Turk, dessen Tiere seit Jahren einfach fantastisch im Typ sind und tolle Kopf- und Ohrstrukturen haben. 3x19,5 in Pos.2 sprechen eine deutliche Sprache und war die Grundlage für die unangefochtene Rassemeisterschaft mit 484,5 Pkt. Zudem zeigte er mit 97,0 Pkt. beide Siegertiere. Im übrigen sah man in diesem Farbenschlag überaus gute Fellhaarstrukturen. Diese sind bei den Englischen Schecken im übrigen von größter Bedeutung, weil das „nicht ganz mittellange“ und vor allem nur fein und gleichmäßig begrannte Fellhaar bewirkt, dass die Ketten und Seitenflecken klar in Erscheinung treten und nicht „verwaschen“ erscheinen. Farblich haben da natürlich die Tiere mit der „etwas gröberen Seite“ einen klaren Vorteil. Daneben sind Ohrränder und Blumenseite die kritischen Punkte. Gerade farblich waren die Tiere von Jakob Albrecht eine Klasse für sich und erhielten allesamt die 10,0! Er wurde 2. Rassemeister mit feinen 481,5 Pkt. vor Bernd Rüter mit 481,0 Pkt.
193 Englischen Schecken, schwarz-weiß, stellten wie so oft schon das höchste Meldeergebnis dar. Auch wenn sich wieder zurecht die Spitzenzuchten der letzten Jahre durchsetzten, ist dieser Farbenschlag jedoch auf hohem Niveau in ca. 10 Zuchten aufgestellt. Klar, dass man da auch recht deutliche Unterschiede in der „Ausrichtung“ sah. Werden leicht gestreckte Körper mit feinen Gliedmaßen und „etwas Hals“ nicht zu leicht in die Kategorie „etwas schmal“ gestellt? Im Fellhaar sah man erstaunlicherweise in einigen Zuchten Mängel. Die Kopfzeichnung ist sicherlich die „Paradeposition“ in dieser Rasse und speziell im schwarz-weißen Farbenschlag muss schon sehr kritisch sein, um nicht reihenweise die 15,0 zu vergeben. Anders ist dies zweifelsohne in der Rumpfzeichnung. Hier die „richtige Mischung“ zwischen freistehenden und nicht zu groben Punkten und das noch in der gewünschten Schablone zu finden, ist eine Kunst, die züchterisches Fingerspitzengefühl verlangt. Klar ist, dass fast regelmäßig die Bewertung in Pos.5 hinter der in Pos.4 zurückliegt und die 15,0 im Rumpf ein Traum bleibt. Allerdings griffen die Richter auch 2 mal hierzu. Farblich sah man überwiegend sehr gute Tiere, die überwiegend mit 9,5 und 10.0 bewertet wurden. Gleichauf wurden Wolfgang Knuth und Michael Löhr mit 484,0 Pkt. Rassemeister vor Werner Bartaune, der 483,0 Pkt. erreichte. Mit je 97,5 Pkt. stellte Michael Löhr den Siegerrammler während Werner Bartaune die Siegerhäsin hatte. Darüber hinaus kamen V-Tiere von Frank Schmitz, Andreas Müller, Fritz Wirtz, Werner Winkens, Erik Büscher und Klaus Janzen.
85 Englische Schecken, thüringer-weiß, zeigten sich in einer hervorragenden Leistungsdichte und einer vorzüglichen Spitze. Diese stellte wieder einmal Bernd Schückle mit 486,0 Pkt. und bot damit auch die Gesamtbestleistung der Schau. Seine 8 Tiere waren „aus dem Ei gepellt“. Kein Züchter -auch anderer Rassen und Farbenschläge- zeigte Tiere mit diesen Kopf- und Rumpfzeichnungen. Diese machten den Unterschied! Alle 8 Tiere erhielten eine 15,0 in Pos.4 und in Pos.5 wurde 7x die 14,5 und 1x die 15,0 vergeben. Mit 97,5 Pkt. zeigte er auch die Siegerhäsin, die auch in Körperform, Typ und Bau hervorgehoben wurde. Den Siegerrammler hatte Günter Möller, der in der Rassemeisterschaft mit 483,0 Pkt. den 3. Platz belegte. Ganz vorzügliche Tiere -auch im Rassewert- zeigte ferner Siegfried Gottschlich, der mit 484,5 Pkt. den 2. Platz belegte.
Im vergangenen Jahr habe ich meinen Rassebericht zu den Zwergschecken mit der Frage aufgeworfen, wohin der Weg der Zwergschecken noch führen würde. Die Ausstellung hat die Weiterentwicklung und anhaltenden Boom bestätigt. Dies könnte übrigens auch ein Grund dafür sein, dass es einige nicht so verbreitete Farbenschläge in einigen Scheckenrassen in Zukunft schwerer haben, sich zu behaupten, denn immer mehr Züchter „wechseln das Lager“ oder halten zumindest die Zwerge als Zweitrasse. Trotz Tierzahlbegrenzung wurden mit 190 Zwergschecken noch einige Tiere mehr ausgestellt als im Vorjahr. Der Zwergentyp und Größenrahmen festigt sich von Jahr zu Jahr mehr und die Leistungsdichte nimmt in der Breite deutlich zu. Dennoch darf man wohl sachlich auch für die Zukunft feststellen, dass Zwergschecken nicht von einem Züchter erfolgreich ausgestellt werden kann, der glaubt, mit einem Rammler und zwei Häsinnen Aussteller zu bekommen, die auf einer Über-regionalen einen Titel holen können. Aber erfreulicherweise gibt es ja auch Züchter, die eine Rasse halten, weil sie das ganze Jahr über Spaß an der unbestrittenen Schönheit der Tiere haben und dabei gerne auch auf einen Pokal verzichten!
57 Zwergschecken, dreifarbig, eröffneten den Zwergenreigen. Recht viele Tiere zeigten noch vorstehende Hüftknochen und auch bei der Kopf- und Ohrstruktur ist das „relative“ Zwergenbild noch nicht gespiegelt. Hier habe ich doch sehr die tollen Typen der Zgm. Best aus dem vergangenen Jahr vermisst. Der relativ große Gewichtsrahmen wurde in den verschiedenen Zuchten voll ausgeschöpft. Immerhin erzielten bereits 6 Tiere die 19,0 in Pos. 2. Zwei sehr schöne Typen mit ausgesprochen gutem Fellhaar zeigte Hermann Höflich. In der Kopfzeichnung hatten recht viele Tiere noch grobe Augenringe und auch der übergangslos erwünschte Ohransatz gab Anlass zur Kritik. Vergleichsweise hierzu sah man hingegen recht ordentliche Seiten-zeichnungen und eines der beiden Siegertiere von Otmar Pötz wurde gar mit 15,0 hervorgehoben. Ohnehin zeigte er bei seinen Tieren den deutlich besten Rassewert und wurde überlegen mit 481,0 Pkt. Rassemeister.
Immerhin 6 n.B.-Tiere bei 33 Rassevertretern der Zwergschecken, havanna-weiß, überschatteten allenfalls eine m.E. sehr gute Entwicklung dieses Farbenschlages, die zweifelsohne von der Zgm. Groß stark geprägt worden ist. Mit 478,0 Pkt. wurde sie Rassemeister. In der Zuchtlinie sah man deutlich die besten Formen und Farben und immerhin 2 Tiere mit einer längst nicht alltäglichen 14,5 m Fellhaar! Darauf´´rauf lässt sich aufbauen! In der Kopf- und Rumpfzeichnung sind die blau- und schwarz-weißen Vettern doch noch deutlich besser. Ottokar Drechsler folgte mit 474,5 Pkt. Heinrich Richly zeigte die hochfeine Siegerhäsin mit 97,0 Pkt. in allen Positionen voll überzeugte.
4 Züchterinnen und Züchter stellten 27 Zwergschecken, blau-weiß. Sehr deutlich hoben sich die Tiere von Dieter Heuschele im Rassewert und auch im Fellhaar ab. Er stellte 2 V-Tiere, darunter natürlich auch den Sieger mit 97,0 Pkt. In Körperform, Typ und Bau sah man jedoch noch sehr häufig die 18,0. Das verhältnismäßig kurze Fellhaar mit feiner Struktur wurde ganz ausge-zeichnet gezeigt. Auch sah man vielfach sowohl in diesem als auch in anderen Farbenschlägen kleinere (und realistischere) als im Standard geforderte Seitenflecken. Dieter Heuschele wurde mit tollen 483,5 Pkt. Rassemeister vor Inge Wiegner (471,5 Pkt.).
73 Zwergschecken, schwarz-weiß, spiegelten die große Anhängerschaft dieser schönen Rasse, die in diesem Farbenschlag den Rassetyp in der Breite sicherlich am besten verkörpert. Dass in diesem Jahr bewertungstechnisch recht deutlich differenziert wurde, wird der zunehmenden Verbreitung nicht schaden. Dazu möchte ich jedoch anmerken, dass „überschwängliche“ Bewertungen zu dem Eindruck verleiten könnten, dass eine Rasse „doch wohl nicht so schwer zu züchten ist, wie allgemein sagt“. Wer dann nicht sattelfest ist und einen Versuch unternimmt, der die hohen Erwartungen nicht erfüllt, wird sehr enttäuscht sein und eher das Handtuch werfen, als jemand, der mit der Erwartung an eine solche Rasse herangeht, dass auch ein 95-iger schon ein tolles Tier ist. Ein Dieter Heuschele geht natürlich als absolute Nr.1 in dieser Rasse mit anderen Erwartungen -und auch Erfahrungen- in eine solche Schau und wurde mit überragenden 484,0 Pkt. Rassemeister vor Josef Konrad (481,0 Pkt.) und Günter Haußler (477,5 Pkt.). Im übrigen prägt dieses „Dreigestirn“ den Farbenschlag seit Jahren. Untermauert wird dies durch die Tatsache, dass Dieter Heuschele mit 97,5 Pkt. die Siegerhäsin und Josef Konrad den Siegerrammler mit 97,0 Pkt. stellte. Auch wenn kein anderer Züchter ein V-Tier hatte, verdient es Respekt, Zwergschecken im sg- und hv-Bereich auf solch einer Schau auszustellen!
Auf der Versammlung des Arbeitskreises wurde die Einladung zur 38. Überregionalen des Scheckenclubs Bayern, Sektion Mittel- und Unterfranken ausgesprochen. Die Schau findet vom 13. bis 14. Okt. 2012 in der Neuen Frankenhalle in Dettelbach statt. Ferner wurde Thomas Schmitt einstimmig als Nachfolger für Jens Jadischke als Beisitzer in den Arbeitskreis Deutscher Scheckenzüchter gewählt.
Abschließend möchte sich der Berichterstatter im Namen der Ausstellungleitung bei allen Helferinnen und Helfern, Ausstellern und Besuchern der 37. Überregionalen herzlich bedanken und auch zum Ausdruck bringen, dass es eine große Freude war, die Scheckenfamilie für ein Wochenende zu Gast gehabt zu haben.
Werner Winkens

 

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WDR Aktuelle Stunde Lokalzeit aus Aachen über Walter Willems und die 37. Überregionale Scheckenclubvergleichsschau in Monschau 2011
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