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Termine

43. Überregionale Scheckenclubvergleichsschau am 14. + 15.10.2017

Ausrichter Scheckenclub Rheinland Nassau in der Sport- und Kulturhalle in Wallmerod bei Montabaur

Rassestatistik Überregionale 2017

Öffnungszeiten:

Samstag 7.00 - 16.00 Uhr

Sonntag  8.30 - 13.00 Uhr

Eröffnungsfeier Samstag 11 Uhr

Wir freuen uns über die Wahl zur Homepage des Monats!

letzte Aktualisierung:

19. September 2017

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36. Überregionale Scheckenclubvergleichsschau in Bremerhaven

Die Mitglieder des Scheckenclubs Rheinland stellten auf der 36. Überregionalen Scheckenclub-vergleichsschau am 16./17. Oktober 2010 in Bremerhaven 120 Tiere und freuen sich, im nächsten Jahr, am 8./9. Oktober 2011 selbst Gastgeber der 37. Überregionalen Scheckenclubver-gleichsschau in der Perle der Eifel, der Stadt Monschau, zu sein.

Grandiose Zwergschecken waren das Highlight
auf der 36. Scheckenclubvergleichsschau
!


Scheckenparade in Bremerhaven überraschte mit großer Beteiligung

Am 16./17. Oktober 2010 fand die diesjährige „Überregionale“ im hohen Norden in Bremerhaven statt. Wer meint, dass weite Wege Idealisten von ihrem Saisonhöhepunkt abhalten, sah sich getäuscht. Stattliche 159 Aussteller brachten 1.364 Punktschecken. Dazu gesellten sich 4 Holländerzüchter, die dem ausrichtenden Schecken- und Holländerclub Hannover, Gruppe Nord, angehören und ganz hervorragende Rassevertreter stellten. Ausstellungsleiter Werner Bartaune stand nur eine recht kleine Mannschaft zur Verfügung, die ihren Gästen jedoch einen durchaus gelungen Ausstellungsrahmen bot. Die sehr geräumige Halle war geradezu ideal und der abgeteilte Bewirtungsteil bot alles, was das Herz begehrte - oder soll man sagen - der Magen begehrte. Natürlich fanden hier auch die „Nachbewertungen“ bei viel Bier und gelöster Zunge statt und das Matjes- und Bratheringessen am Freitagabend war genau das, was man von einer individuellen Veranstaltung erwartet. Jeder soll seine Region präsentieren und das ist in einer Hafenstadt und ehemaligen Fischereihochburg nun mal der Fisch. Die mitgereisten Partner konnten sich samstags davon überzeugen, dass sich Bremerhaven seit der letzten Schau im Jahre 2004 durchaus gewandelt hat. Viele Sehenswürdigkeiten sind am Rande der zu Spaziergängen einladenden alten Hafenbecken entstanden. Zu nennen sind hier das Klimahaus, das Auswandererhaus und moderne Einkaufszentren.

Hans-Heinrich Müller im Mittelpunkt der Eröffnungsfeier

Seit der 25. Überregionalen ist es ein schöner Brauch geworden, einen in der Scheckenzucht verdienten Züchter mit dem „goldenen Scheckenring“ auszuzeichnen. An diese Tradition erinnerte AG-Vorsitzender Josef Steinack bei der Eröffnungsfeier und brachte das Geheimnis um den diesjährigen Preisträger gleich mit der Frage auf den Punkt, wer anders als Hans-Heinrich Müller hierfür prädestiniert sei? Er ist Gründungsmitglied des Schecken- und Holländerclubs Hannover, Gruppe Nord, war von 1983 bis 1996 Vorsitzender und ist von da an Ehrenvorsitzender. Seit 1965 ist er engagierter Riesenscheckenzüchter im schwarz-weißen Farbenschlag und wurde mehrfach Bundesmeister und -sieger. Auch auf den Überregionalen Scheckenclub-Vergleichsschauen errang er oftmals höchste Platzierungen und Auszeichnungen. In der Organisation bekleidete er lange das Amt des Landesverbandsvorsitzenden im LV Hannover und gilt als erfahrener und gefragter Preisrichter. Unter dem Applaus der Gäste und Züchter nahm Hans-Heinrich Müller die Auszeichnung entgegen. Schließlich meinte er in seiner freundlich heiteren Art, dass man normalerweise mit einer so hohen Auszeichnung mit der Rassekaninchenzucht oder zumindest mit der Scheckenzucht aufhören müsse, denn es gebe nichts Bedeutenderes und Ehrenderes. Persönlich habe er sich jedoch das Ziel gesetzt, zumindest noch 5 Jahre Schecken zu züchten, damit das halbe Jahrhundert voll werde. Gönnen wir es ihm von Herzen bei bester Gesundheit!

Schon zum dritten Male in Folge stand Jaroslav Kratochvil als Vize-Präsident des Europaverbandes an der Spitze der Ehrengäste – zumindest derer, die sich der Rasse-Kaninchenzucht widmen. Er bekundete seine Freude an der Scheckenzucht, die auch in Europa von den hier anwesenden Züchtern führend repräsentiert werde. Heinz Zippel, Ehrenvorsitzender des KV Bremen, allenorts beliebter Züchterfreund und ehrenamtlicher Helfer vieler Großschauen, konnte erfreut vermelden, dass in der Halle bereits zum achten Male eine überregionale Rasse-Kaninchenschau stattfindet. Das war natürlich auch für den Schirmherrn der Veranstaltung, Stadtrat Wilhelm Behrens, eine Steilvorlage um darauf hinzuweisen, dass dies sicherlich auch damit zusammenhänge, dass die Stadt und die Region viel zu bieten habe und erläuterte markante Daten und einige Sehenswürdigkeiten. Im Übrigen entnahm man seinen Worten, dass er auch schon sehr oft Rasse-Kaninchenstellungen besucht hatte und für viele der regionalen Ehrengäste kein Unbekannter war. Erfreut konnte Ausstellungsleiter Werner Bartaune mit Petra Geick und Christian Ruhr die Vorsitzenden zweier Nachbar-Landesverbände begrüßen. Natürlich fehlte nicht der Vorsitzenden des Landesverbandes Bremen, Detlef Knopf. Ihn haben wir an den Ausstellungstagen als Gastgeber nur während der Eröffnungsfeier mit Sakko und Krawatte gesehen; ansonsten hatte er die Zapfanlage und den Ausschank bestens im Griff. Last but not least sah Josef Steinack das beachtliche Meldeergebnis auch als Vertrauensbeweis für die Ausstellungsleitung. Dabei betonte er, dass ihm gerade die jährliche Kontinuität des Zusammentreffens am Herzen liege und wünschte der Veranstaltung einen guten und harmonischen Verlauf.

Ehrung der Bestleistungen

Dem Züchterabend in einem schon etwas betagten Saale außerhalb des Stadtzentrums wohnten rund 230 Gäste bei. Leider hatte der Betreiber anfänglich erhebliche Probleme, sich vor allem dem Trinkrhythmus der Scheckenfamilie anzupassen, so dass selbst die Ausstellungsleitung in die Bresche springen musste. Vielleicht war dies auch ein Grund dafür, dass zumindest anfänglich die teilweise überschwängliche Stimmung vergangener Jahre nicht aufkam. Der Ausstellungsleitung kann man hierfür keinen Vorwurf machen. Zwei DJs sorgten im Laufe des Abends für ein komplettes Musikrepertoire und diejenigen, die das Tanzbein schwangen, kennt man von Veranstaltungen seit 10, 20 und mehr Jahren. Eine Verlosung lockerte den Abend ebenso auf, wie natürlich die Ehrung der Preisträger, die die hohen Auszeichnungen entgegennehmen durften:
Die beste Mannschaftsleistung, die Clubwertung, gewann wie schon mehrer Jahre hintereinander der Scheckenclub Hannover (1.170,5 Pkt.) vor dem Scheckenclub Bayern (1.167,0 Pkt.) und dem Scheckenclub Westfalen (1.166,5 Pkt.), gefolgt von den Clubs aus Hessen-Nassau (1.165,0 Pkt.) und Württemberg-Hohenzollern (1.164,5 Pkt.). Die beste Gesamtleistung zeigte Jens Jadischke (Rheinische Schecken, 584,0 Pkt.), gefolgt von Josef Konrad (Zwergschecken, schwarz-weiß, 584,0 Pkt.), Marcus Turk (Englische Schecken, blau-weiß, 583,5 Pkt.), Zgm. Best (Zwergschecken, dreifarbig, 583,5 Pkt.) und Martin Heierhorst (Kleinschecken, blau-weiß, 583,0 Pkt.). Mit jeweils 98,0 Pkt. stellte Josef Konrad mit Zwergschecken, schwarz-weiß, den besten Rammler der Schau. Die beste Häsin hatte Michael Groß mit Englische Schecken, schwarz-weiß. Die Rassemeister und -sieger werden bei der nun folgenden Rassekritik genannt.

Mit 1.364 Tieren sah man gegenüber dem Vorjahr, in dem es jedoch eine Tierzahlbegrenzung gab, rd. 300 Rassevertreter mehr. Dabei war die Ausstellerzahl nahezu identisch. Wenn man nun kritisch die Punktzahlen dieser „Mehrtiere“ betrachtet, darf man durchaus zu dem Ergebnis kommen, dass bei einer Tierzahlbegrenzung das Qualitätsniveau höher ist, denn es gibt kaum Zuchten, die auf höchsten Niveau mehr als acht hervorragende Rassevertreter präsentieren können. Im übrigen fördert eine Tierzahlbegrenzung auch die züchterische Auseinadersetzung mit dem Tier vor Ort im Stall und zwingt den Züchter, seine eigenen Vorstellungen mit denen der Richter abzugleichen. Die Bewertung erfolgte im ABCD-System und jede Preisrichtergruppe hatte einen Obmann.

Die ausgestellten Rassen und Farbenschläge

Mit 156 Deutsche Riesenschecken, schwarz-weiß, lag die Tierzahl überproportional unter dem Vorjahresergebnis. Unter anderem wurden auch die guten südtiroler Zuchten vermisst. Trotz der für eine Großrasse frühen Jahreszeit war das Normalgewicht in der Regel erreicht und bei den Tieren wo es hier haperte, sah man auch etwas kurze und gedrungene Tiere. Vielfach wurde Pos.2 recht kritisch gesehen und selbst in den Spitzenzuchten sah man Bemerkungen für Hüftknochen und schmalen Bau. Der Ohrlänge sollte großes Augenmerk geschenkt werden, denn viele Tiere erreichten kaum die „untere Ideallänge“ von 17 cm. Sie steht ganz offensichtlich in einem unmittelbaren Zusammenhang mit dem Größenrahmen des Körpers und damit auch mit dem Gewicht. Die Kombination von 19/14 in den Pos. 2 und 3 war recht wenigen Tieren vorbehalten. Mangelnde Dichte und Griffigkeit wurde angemerkt. Wie eigentlich alle Punktscheckenrassen, haben auch die Riesenschecken in Kopf- und Rumpfzeichnung deutlich Fortschritte gemacht. Den etwas groben Augenring und vor allem die nicht ganz freistehenden Seitenflecken wird es wohl immer geben. Hier Stabilisierungen zu erzüchten, ist eben der Reiz der Zucht. Erstmals wurde Stefan Rosskopf mit 486,0 Pkt. Rassemeister. Die sehr ausgeglichenen Tiere hatten überdurchschnittlich gutes Fellhaar. Auch sah man in seiner Zucht einige vorzügliche Seitenzeichnungen. Mit 485,0 Pkt. folgte Hans-Heinrich Müller, dessen Markenzeichen bekanntlich schon seit langem der Größenrahmen, das Gewicht und der Typ sind. Vor allem konnten auch bei einigen Tieren die kräftigen und geraden Vorderläufe sehr beeindrucken. Ein Prachtstück in dieser Beziehung war sein Altrammler, der mit 97,5 Pkt. auch das Siegertier machte. Imponierend war aber auch seine Siegerhäsin mit 98 Pkt., die einen idealen Rassewert hatte. In diesem Zusammenhang fiel bei den Alttieren auch eine tolle Althäsin von Heinz Wendt auf, die keinerlei Wammenansatz hatte und mit 98,0 Pkt. herausgehoben wurde. Die Tiere des Drittplatzierten Josef Leinauer (484,0 Pkt.) hatten ihre Stärke in der Kombination der Pos. 2 und 3. Mit Holger Dahlem (483,0 Pkt.) folgte ein neuer Name im Spitzenfeld der Riesenschecken. Werner Mag, Horst Maaser, Alfons Jungblut, Alfons Witte, Fitz Schmidt und Bodo van der Heyden stellten V-Tiere.

Die
39 Deutschen Riesenschecken, blau-weiß, waren gegenüber dem Vorjahr deutlich stärker. Man sah drei Zuchten, die fast auf einer Linie standen. Mit 480,5 Pkt. wurde Michael Meier Rassemeister vor dem punktgleichen Ewald Dietz, der jahrelang diesen Farbenschlag dominierte. Auch die Tiere von Armin Fieberg standen den Genannten kaum nach. Gewichtsmäßig muss in diesem Farbenschlag sehr aufgepasst werden und auch die Ohrlänge von manchmal nur 16 cm lässt auf etwas wenig Größenrahmen schließen. Die Kopf- und Rumpfzeichnung wurde vielfach ordentlich gezeigt, ohne dass hier mehrere Tiere einer Zucht überragten. Farblich sah man bei einigen Tieren durchsetzte Ohrenränder. Auch der Aalstrich sowie die Blumenoberseite entsprach bei weitem nicht dem hohen Niveau im schwarz-weißen Farbenschlag. Dies kann auch bei der relativ geringen Verbreitung kaum erwartet werden. Das Siegertier mit 96,5 Pkt. stellte Ewald Dietz. Es bestach in Form und Fellhaar.

Nach einem quantitativen Einbruch im vergangenen Jahr sah man stattlich
43 Deutschen Riesenschecken, havanna-weiß.Meines Erachtens wurde in keiner anderen Rasse bzw. in keinem anderen Farbenschlag jemand so souverän Meister, wie Olaf Johanssen. Er erzielte vorzüglich 484,5 Pkt. und stellte vier V-Tiere, darunter die Siegerhäsin. Viele seiner Tieren hatten deutlich über 7 kg und 17er Ohren, prima Felle und gute Farben. Hier und da sollte der Dorn jedoch nicht kleiner werden. Dem am nächsten kam Thomas Grabner mit 480,0 Pkt.

Mit
228 Rheinischen Schecken hatte sich das Vorjahresmeldeergebnis mehr als verdoppelt und alte Stärke erreicht. Unter den fünf Bestplatzierten waren auch die drei Züchter, die seit Jahren die Szene beherrschen, nämlich Jens Jadischke, Hermann Höflich und Stefan Rottauscher! Das spricht für die Stabilität dieser Zuchten. Nun muss man zugunsten dieser Zuchten auch noch feststellen, dass erstmals auf dieser Schau zwei neue Namen richtig „mitmischten“ und diese Züchter ihre Zuchten wesentlich auch auf die bewährten Erfolgsstämme aufbauten. Es sind Wilfried Kalowski der mit 484,5 Pkt. Dritter wurde und Frank Holz, der mit 484,5 Pkt. den zweiten Platz belegte. Meister wurde Jens Jadischke mit überragenden 487,0 Pkt. Hermann Höflich und Stefan Rottauscher belegten mit je 483,0 Pkt. die Plätze vier und fünf. Neben den Genannten konnten Heinz Öhrlich und Rüdiger Fers noch V-Tiere stellen. Man konnte schon imposante Leistungen in den Spitzenzuchten sehen und auch deutliche Unterschiede! In diesem Quintett zeigte Jens Jadischke wieder die Tiere mit dem besten Gesamtereindruck, hatten griffige, relativ kurze Felle, was zwangsläufig Kopf und Ohr nicht ganz so wuchtig erscheinen lässt, einen guten Stand, feine Rückenlinien und runde Becken. Viele seiner Tiere bekamen die 19/14 und hatten fast alle sehr gute Kopf- und Rumpfzeichnungen. Zweifelsohne sah man insbesondere bei den Rammlern von Hermann Höflich und mit leichten Abstrichen auch in den anderen Spitzenzuchten etwas intensivere Farben bei guter Verteilung über die Zeichnungsmerkmale und tolle Kopf- und Ohrstrukturen. Dies dürfte auf das etwas längere Fellhaar zurückzuführen sein. Aufgrund der Vielzahl der von Frank Holz und Wilfried Kalowski ausgestellten Tiere, war die Streuung in diesen Zuchten etwas größer, wobei in der Spitze das Quintett stark beeindruckte. Das Fellhaar sollte auf breiter Basis dichter und auch etwas kürzer werden. Sorgenkind ist und bleibt die Rumpfzeichnung mit der Verteilung der freistehenden Seitenflecken auf dem Schenkel. Dies ist   immer wenigen Spitzentieren vorbehalten. Gleich zwei jener Tiere stellte Jens Jadischke. Er hatte mit je 97,5 Pkt. sowohl den Siegerrammler, als auch die Siegerhäsin.

Bei den
Kleinschecken, schwarz-weiß, die mit stattlichen 163 Tieren vertreten waren, sah man stark unterschiedliche Typen, die - hier möchte ich inhaltlich den Vorjahrestext wiederholen – im Körperbau und in der Ohrstruktur eher kräftigen Englischen Schecken entsprechen und im anderen Extrem sehr kleinrahmige Tiere mit sehr kurzen Ohren, die ganz knapp im Gewicht sind. Das kann nicht der Typ sein, der die Kleinschecken schon vom Standardtext her in Pos.2 zu einem Unikat bei den Punktscheckenrassen macht! Beispielhaft für den positiv herauszuhebenden Typ waren wieder einmal die Tiere der ZGM Schreiber und Kurt Vierheller. Die Züchter belegten mit je 383,0 Pkt. den 3. und 4. Platz in der Rassemeisterschaft. Hier sah man, dass nach einheitlichen Kriterien gezüchtet wurde. Auch die Tiere von Walter Willems und Alfred Menzel verkörperten diesen Schlag. Die ZGM Schreiber und Alfred Menzel stellten mit je 97,5 Pkt. die beiden Siegentiere. Die Tiere des Rassemeisters Andreas Langenage waren nicht so wuchtig, hatten dafür aber größtenteils sehr elegante Kopfzeichnungen, und feine, freistehende Seitenflecken in guter Schablone. Der Rassemeister erzielte 485,5 Pkt., gefolgt von Walter Albrecht mit 483,5 Pkt. Neben den schon genannten Züchtern stellten Ernst Mack und Heiko Winter je ein V-Tier.

Es folgten
62 Kleinschecken, blau-weiß. Wenn man betrachtet, dass der schon in den letzten Jahren führende Züchter Martin Heierhorst hiervon 25 stellte, wird deutlich, wie schwer es die Konkurrenz haben würde. Er wurde schließlich überlegen mit 486,0 Pkt. Rassemeister und hatte dabei 8 V-Tiere, darunter beide Siegertiere mit je 97,5 Pkt. Vereinzelt sah man jedoch auch hier Tiere, die in der Kopf- und Ohrstruktur entsprechend dem Rassetyp etwas kräftiger sein sollten. Dafür wurde aber in der Breite seiner Zucht der Rassewert nahezu in Vollendung gezeigt und auch die Fallhaarstrukturen konnten sich sehen lassen. Generell hatten ohnehin die blau-weißen Kleinschecken augenscheinlich die besseren Seitenzeichnungen als ihre schwarzen Vetter. Sehr schöne, auch im Rassewert vorzüglich Tiere, zeigte Klaus Rohwer, der mit 483,5 Pkt. den 2. Platz belegte. Dritter Rassemeister wurde Manfred Schmitz mit 481,0 Pkt.

Die
Kleinschecken, havanna-weiß, ausgestellt mit 80 Rassevertretern stehen mittlerweile den etablierten Farbenschlägen kaum noch nach. Selbst in Pos.5 sah man Tiere, bei denen man durchaus die 15 hätte ziehen können. Vor allem die Häsinnen von Michael Löhr waren hier, sowie in der Kopfzeichnung und im Fellhaar, eine Klasse für sich. Mit 482,5 Pkt. wurde er 2. Rassemeister und stellte mit 97,0 Pkt. die Siegerhäsin. Bei den wenigen Tieren seines Stamms war das eine absolute Spitzenleistung! Den 3. Platz belegte Josef Frick mit 479,5 Pkt. Mit etwas Schaufertigmachen der Kopfzeichnung und vor allem der Augenringe wäre durchaus etwas mehr drin gewesen. Zum dritten Male in Folge wurde Jörg Strünkel mit 483,0 Pkt. 1. Rassemeister und hatte auch mit 97,0 Pkt. den Siegerrammler. Es fiel jedoch eine breite Streuung in der Qualtitätsdichte seiner Tiere mit elementaren Problemen in Pos.2 auf. In der Breite sollte in diesem Farbenschlag die Kombination von Form und Fellhaar deutlich verbessert werden, während der Rassewert sehr gut gezeigt wurde.

207 Englischen Schecken, schwarz-weiß, lieferten wieder eine Gesamtleitung ab, die in Qualität, Leistungsdichte und Menge einer Bundesschau würdig war. Obwohl nur 20 Tiere weniger als 95,5 Pkt. und 25 Tiere V machten, haben die Richter keineswegs mit Punkten „herumgeschmissen“ – es wurde eher kritisch bewertet und die Messlatte lag hoch. Was ist eigentlich der richtige Typ beim Englischen Schecken? Er ist im Standard anders beschrieben als bei jeder anderen Rasse und doch setzten sich immer häufiger die etwas voluminöseren Tiere durch. Das vollgriffige, fein begrannte Fellhaar ist stark verbreitet und Kopfzeichnungen werden reihenweise in Vollendung gezeigt, so dass sich sicherlich der ein oder andere Züchter gefragt hat, warum ein halber Punkt abgezogen wurde. Obwohl sich die Seitenzeichnungen in den letzten Jahren sprunghaft auch in der Breite der Zuchten deutlich verbessert haben, ist diese oft das Kriterium, das in der Regel die „Spreu vom Weizen“ trennt. Natürlich gibt es auch in den Spitzenlinien die ein oder andere Sonderheit. So zeigen die Tiere von Wolfgang Knuth die schönsten Felle und wirklich freistehende Kettenpunkte und Seitenflecke. Einige der Rassevertreter von Werner Bartaune hatten die Seitenzeichnung in der schönsten Schablone und die Tiere von Franz Parsch zeigten Aalstriche wie der im Standard zitierte Pinselstrich. Bei all dieser Klasse hatte Michael Groß von alledem die richtige Mischung und auch das notwendige Glück, zum zweiten Male in Folge diese enge Konkurrenz für sich mit fantastischen 486,0 Pkt. zu entscheiden. Mit der gleichen Punktzahl belegte Werner Bartaune auf dem 2. Platz. Mit 485,0 Pkt. folgte Wolfgang Knuth vor Jean-Claude Kormann (485,0 Pkt.) und Frank Schmitz (484,5 Pkt.). Letzterer schaffte auf dieser Schau erstmals den Sprung in die absolute Spitze und stellte zudem noch mit 98,0 Pkt. den Siegerrammler. Kein Zufall, wenn man die Abstammung der Tiere kennt. Die Siegerhäsin zeigte Franz Parsch mit 97,5 Pkt. Aufgrund der hervorragenden Qualität der Tiere gab es natürlich auch noch einige andere Züchter, die neben den schon Genannten, V-Tiere stellten: Michael Löhr, Josef Kivilip, Laurens van Hülst, Andreas Müller und Ernst Otto Wietzke.

Bei den
58 Englischen Schecken, blau-weiß, könnte man aufgrund des Punkteunterschiedes meinen, das Niveau sei deutlich unterschiedlich gewesen. Als Betrachter habe ich dieses nicht so extrem gesehen. Mit traumhaften 486,5 Pkt. distanzierte Marcus Turk die Konkurrenz recht deutlich. Hervorragende Körperformen und extrem gute Felle sind unstrittig die herausragenden Merkmale seiner Zucht und mehrere Tiere wurden vollkommen zurecht mit 19,5 in Pos.2 und mit 14,5 in Pos.3 hervorgehoben. Überwiegend zeigten seine Tiere feine Seitenzeichnungen und es ist eben eine Anschauung, ob und wie man kleine Unterbrechung im Vergleich zu etwas volleren Zeichnungen ahndet. Auch farblich gibt es bei leichten Zeichnungen eher Probleme mit durchsetzter Blumenoberseite, einem recht breiten weißen Rand auf der Blumenoberseite, melierten Ohrenrändern, einem kaum ausgeprägten Nackenkeil und schmalen Aalstrichen. Die beiden in der Rassemeisterschaft mit je 482,0 Pkt. folgenden Zuchten der Zgm. Holler und von Bernd Rüter zeigten überwiegend den „anderen Scheckentypen“, wenngleich ich keineswegs damit sagen möchte, dass in diesen Linien die Formen und Felle schwach waren und es nur volle Seiten bei sehr guter Farbe gab. Ebenso hatte natürlich auch Marcus Turk einige Tiere mit sehr schönen leichten Seiten bei sehr guter Farbe! Er zeigte mit 97,5 Pkt. die Siegerhäsin und Bernd Rüter hatte mit 97,0 Pkt. den Siegerrammler.

Wie schon im vergangenen Jahr gab es auch diesmal eine gute Leistungsdichte bei
87 Englischen Schecken, thüringer-weiß. Auch gaben die Zuchten wieder den Ton an, die in den zurückliegenden Jahren positiv auffielen. So wurde wie im Vorjahr Bernd Schückle mit 483,0 Pkt. Rassemeister. Auffallend waren die sehr schönen Kopf- und Ohrstrukturen seiner Tiere und die herausragende Qualität der Rumpfzeichnung wurde deutlich, wenn man vor den Gehegen stand und den Parallelvergleich hatte. Reinhold Ellenberg wurde nicht zuletzt aufgrund der sehr guten Körperformen in seiner Linie 2. Rassemeister (483,0 Pkt.) vor seinem Clubkameraden Siegfried Gottschlich, der mit 97,0 Pkt. den Siegerrammler stellte. Die Siegerhäsin kam mit traumhaften 98,0 Pkt. von Denis Borsch. Zwar stellte kein anderer Züchter ein V-Tier, dennoch boten die „thüringerfarbigen Engländer“ im Rassewert wohl hinter den schwarz-weißen Tieren den geschlossensten Eindruck. Farblich sollten keine Kompromisse gemacht werden, weil vielleicht der Kontrast nicht ganz so stark ist wie bei den schwarz-weißen Tieren.

Der Einbruch der
dreifarbigen Englischen Scheckenim vergangen Jahr war wohl ein einmaliger Ausrutscher. Dies darf man getrost nach dem tollen Meldeergebnis von 70 Tieren sagen. Die Qualität war jedoch noch in allen Positionen sehr unterschiedlich und es ist schön, dass die Tiere, wie ich meine, mit Liebe bewertet wurden. Selbst die Spitzentiere können noch längst nicht in Körperform und nur sehr vereinzelt in Seitenzeichnung mit entsprechenden Tieren im schwarz-weißen, blau-weißen oder thüringer-farbigen Farbenschlag mithalten. Hinzu kommt dann noch die schwierige Farbverteilung. Aber das ist es ja, was den Reiz eines noch recht jungen Farbenschlags ausmacht. Mit 484,0 Pkt. bzw. 483,5 Pkt. setzte sich Thomas Schmidt gegenüber Philippe Eckstein durch. Hilmar Becker wurde mit 480,0 Pkt. dritter Rassemeister. Mit je 97,5 Pkt. stellten Philippe Eckstein und Doris Claus die Siegertiere, die schon durchaus einen schönen Rassewert hatten. Neben den Genannten stellte auch die Zgm. Nöppert ein V-Tier.

Wohin führt der Weg der Zwergschecken?
Der Boom der letzten Jahre erlebte in diesem Jahr mit einer Meldezahl von 195 Zwergschecken in alle Farbenschlägen einen weiteren Höhepunkt. Der auch bei anderen Rassen zu verzeichnende Trend zu Zwergrassen hat schon so manchen namhaften Scheckenzüchter beflügelt, „die Gewichtsklasse zu ändern“. Was sich schon in den vergangene Jahren andeutete, hat sich deutlich verstärkt. Die relativ große Gewichtsspanne wird kaum noch in Anspruch genommen und könnte durchaus auf die Farbenzwergspanne angepasst werden. Auch die Länge des Fellhaares hat sich deutlich angepasst und an Dichte gewonnen. Bereits im vergangenen Jahr hatte ich herausgestellt, dass der Fortschritt in der Seitenzeichnung längst den Standard überholt hat. Wer auf dieser Schau die schon gut verbreiteten freistehenden Seitenflecken gesehen hat, wird die Idealgröße wohl mit 1 bis 1,5 cm beschreiben und nicht mit 2 bis 3 cm, die in der geforderten Anzahl im Übrigen auf keine Zwergenflanke passen würden. Hier besteht Handlungsbedarf! Nun zu den einzelnen Farbenschlägen:

Bei den stattlichen
70 Zwergschecken, schwarz-weiß, war der Zwergentyp wohl am einheitlichsten verbreitet. Dies ist auch kein Wunder, weil dieser Farbenschlag die größte Anhängerschaft hat und hier einige Züchter wirken, die ihr Können auch schon bei anderen Rassen gezeigt haben und Durchhaltekraft haben. In erster Linie spreche ich hier von Dieter Heuschele, der diesen Farbenschlag ganz entscheidend geprägt hat. Er wird es verkraften, dass er in diesem Jahr „nur“ den 2. Platz mit 484,0 Pkt. belegte und Josef Konrad den Vortritt lassen musste, der mit bisher nie erreichten sensationellen 487,5 Pkt. nicht nur Rassemeister wurde, sondern auch die zweitbeste Gesamtleistung der Schau bot! Ferner stellte er mit 98,0 Pkt. den besten Rammler der Schau und hatte mit je 97,5 Pkt. den Siegerrammler und auch die Siegerhäsin. Klar, dass zu solchen Ergebnissen auch Preisrichter und ein Obmann gehören, aber in erster Linie auch Tiere, die Spitze waren! Hierzu ist zur Verdeutlichung auch zu sagen, dass es neben diesen Spitzentieren noch recht viele 93er bis 93,5er gab, so dass man von einer gut differenzierten Bewertung sprechen durfte. Auch Günter Haußler als Drittplatzierter stand dem kaum nach. Ein V-Tier kaum aus der Zucht von Stefan Richly. Wenn auch viele Tiere der hier angesprochenen Züchter dem „richtigen“ Zwergentyp mit tollen Kopf- und Ohrstrukturen entsprachen und einen Rassewert einer durchgezüchteten Kleinschecke hatten, dürfen wir nicht vergessen, dass sich hier die Spitze des Eisbergs präsentierte und sicherlich auf manchen Schauen noch Zwergschecken zu sehen sind, die längst nicht so weit sind.

Schön, dass bei den
30 Zwergschecken, blau-weiß, neue Namen in der Bestenliste auftauchten, was natürlich auch für die weitere Verbreitung spricht. Inge Wiegner wurde mit 478,5 Pkt. Rassemeisterin vor Jens Günter mit 471,0 Pkt. In fast allen Positionen konnten die Tiere noch nicht an den schwarz-weißen Farbenschlag heranreichen. Vor allem war Typ und Seitenzeichnung noch wenig stabilisiert. Ausnahmen bildeten sicherlich unter anderem das Siegertier von Josef Konrad mit 97,5 Pkt. und das V-Tier von Inge Wiegner.

Die
28 Zwergschecken, havanna-weiß, haben deutliche Fortschritte in allen Positionen gemacht. Vor allem der Größenrahmen (oder sollte ich besser sagen, in der Kleinrahmigkeit) scheint mehr und mehr gefestigt zu werden, was auch mit der Fellhaarlänge und Ohrlänge einher zu gehen scheint. Farblich sah man viele sehr ansprechende Tiere. Die ZGM Groß wurde zum dritten Male in Folge Rassemeister mit feinen 478,0 Pkt. und es wurde mir versichert, dass in den nächsten Jahren die Kleinschecken weichen müssen, um sich noch intensiver den Zwergen zu verschreiben. Das macht man doch nur, wenn man Ziele und Visionen hat! Jedenfalls lud der hochfeine Siegerrammler mit 97,0 Pkt. hierzu ein. Daneben stellten immerhin 4 weitere Züchter in ähnlicher Qualität aus. Sie sollten aber künftig durch kritische Beobachtung die Anzahl der nb-Tiere etwas besser in den Griff bekommen.

59 !!! Zwergschecken, dreifarbig, sind schon von der Anzahl her drei Ausrufezeichen wert. Wer als Beobachter an den Gehegen vorbeigegangen ist -und dies schon viele Jahr macht- muss mir zugestehen, dass ich bei den Tieren der Zgm. Best von „Tieren von einem anderen Stern“ sprechen möchte. Ich habe in diesem Farbenschlag erstmals „richtige Zwerge“ gesehen und zwar vor allem in Kombination des Größenrahmens mit einem Fellhaar, das einerseits die Dichte und Kürze aber vor allem auch die gewisse Weichheit aufwies. Es waren stattliche14 Tiere der Zgm. Best zu sehen, von denen 6 Tiere V machten und die beiden Sieger gar 97,5 Pkt. Auch der Rassewert war schon nahezu vollendet. Nur Otmar Pötz, der mit 483,0 Pkt. den 2. Platz belegte, konnte da noch annährend mithalten. Erich Güdenpfennig wurde mit einem schon recht deutlichen Abstand und 478,0 Pkt. Dritter. Die anderen Zuchtfreunde, die in diesem Farbenschlag ausstellten, werden mir diese überschwänglichen Worte verzeihen, denn auch sie müssten erkannt haben, dass hier neue Maßstäbe gesetzt wurden. Von daher kann man durchaus einen tollen Aufschwung dieses Farbenschlags in den nächsten Jahren erwarten.

Abschießend möchte ich mich – und ich denke auch im Namen der Aussteller- beim diesjährigen Ausrichter bedanken und freue mich, mit dem rheinischen Club Gastgeber der 37. Überregionalen Scheckenclub-Vergleichsschau am 08./09. Oktober 2011 in der Perle der Eifel, der Stadt Monschau, zu sein.

Werner Winkens

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